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Neunkirchen: Migration, Moschee und Gerüchte zum Wahlkampffinale

Am Sonntag wird in Neunkirchen neu gewählt. Der Wahlkampf treibt zum Finale seltsame Blüten.
ÖVP-Spitzenteam mit Bgm. Peter Teix und Stefanie Tomrle.

Bleibt es bei der Koalition von schwarz-hellblau oder werden die Karten am Sonntag völlig neu gemischt? Vor der Neuwahl in Neunkirchen versuchen alle Fraktionen im Wahlkampffinale noch einmal alles zu mobilisieren – auf höchst unterschiedliche Weise.

Wie selten bei einem Wahlkampf davor hat die FPÖ weder Kosten noch Mühen gescheut und werbetechnisch alles aufgeboten, wofür die Freiheitlichen im Bund stehen. Mit einer Lesung von Buchautor Gerald Grosz im Festzelt wurde die „Migrationskeule“ ausgepackt und der Systemwechsel propagiert, zum Finale Freitagabend kommt FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker als Einpeitscher auf den Hauptplatz. Ob das bei einer Kommunalwahl genug thematische Inhalte für die Stadt sind, wird sich am Sonntag weisen.

Gerald Grosz und Helmut Fiedler im Neunkirchner Wahlkampf.

Gerald Grosz und Helmut Fiedler im Neunkirchner Wahlkampf.

ÖVP-Bürgermeister Peter Teix und Listenzweite Stefanie Tomrle luden die Presse ein, um zu skizzieren, wo sich ihrer Meinung nach Neunkirchen in den nächsten fünf Jahren hin entwickeln soll. „Eines habe ich in den tausenden Gesprächen, die ich in den vergangenen Wochen geführt habe, immer wieder gehört: Die Leute wünschen sich ein Ende des Gegeneinanders. Und sie wollen, dass endlich wieder mit voller Kraft für Neunkirchen gearbeitet wird“, meint Teix.

Gremium für Jugendthemen

Wenn die ÖVP in der kommenden Stadtregierung etwas zu sagen hat, will man einen Jugendrat einsetzen – ein Gremium mit eigenem jährlichem Budget und Entscheidungskompetenz, um Themen für die Jugend zu entwickeln.

Obwohl die ÖVP zum Lieblingsangriffsziel der FPÖ im Wahlkampf mutiert ist und die Attacken alles andere als zimperlich waren, schließt man auch eine Zusammenarbeit mit FPÖ-Spitzenkandidat Helmut Fiedler nicht aus. „Wir arbeiten mit jedem zusammen, der für Neunkirchen arbeiten will – unabhängig von Parteifarben. Denn am Ende interessiert niemanden, von welcher Partei eine gute Idee kommt. Entscheidend ist nur: Macht sie unser Zuhause besser?“, sagt Teix.

Mit dem aus der FPÖ ausgeschlossenen Koalitionspartner Marcus Berlosnig (Liste Wir für Neunkirchen) präsentierte Teix diese Woche den Neubau der Furt-Brücke für Peisching. Die alte, desolate Brücke musste abgerissen werden. Es ist kein Zufall, dass ausgerechnet ein paar Tage vor der Neuwahl ein Monsterprojekt für die Bezirkshauptstadt erstmals öffentlich gemacht wurde.

15 Jahre für neuen Stadtteil

Auf einer Fläche von rund 32.000 Quadratmetern sind bei der Fabriksgasse rund 475 neue Wohnungen, 28 Reihenhäuser sowie Geschäftsflächen geplant. Bauträger sind die Wohnbaugenossenschaften Südraum und WET. Der Baubeginn ist für Ende 2027 geplant, die endgültige Fertigstellung des gesamten Stadtteils erst nach 15 Jahren.

Moscheebau und Absprachen

Die SPÖ stand im Wahlkampffinale im Fokus einiger Aufreger. SPÖ-Spitzenkandidat Günther Kautz wurden einerseits Absprachen mit der FPÖ zur Bildung einer Koalition nachgesagt. Andererseits soll er beim Besuch eines islamischen Kulturzentrums seine Bereitschaft zum Bau einer Moschee bekundet haben. Bei den Sozialdemokraten werden all diese Gerüchte als „Wahlkampf-Geplänkel“ abgetan.

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