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Neuwahl: Wer Neunkirchen „nach vorne“ bringen will

Am 31. Mai wird neu gewählt. Auch die ÖVP hat diese Woche die heiße Phase des Wahlkampfs eingeläutet.
ÖVP-Landesgeschäftsführer Matthias Zauner, Stadtrat Armin Zwazl, Stefanie Tomrle (Listenplatz 2), Bürgermeister Peter Teix, Stadträtin Asita Aschraf und Landtagsabgeordneter Hermann Hauer.

Der Wahlkampf in Neunkirchen steckt in der heißen Phase. Am 31. Mai wird nach den Turbulenzen der vergangenen Monate neu gewählt, und die Vorzeichen könnten nicht spannender sein.

Denn durch den Rauswurf von Vizebürgermeister Marcus Berlosnig und sechs seiner Mandatare aus der Freiheitlichen Partei wurden die Karten völlig neu gemischt. Neben der ÖVP, die mit Peter Teix derzeit den Bürgermeister stellt, tritt die FPÖ, SPÖ, die Grünen und Berlosnig mit seiner neu gegründeten Bürgerliste zur Wahl an.

Neunkirchen muss Sparpaket durchsetzen

Mit klaren Worten hat Bürgermeister Peter Teix beim Wahlkampfauftakt der ÖVP die Richtung für die zweieinhalb Wochen bis zur Neuwahl vorgegeben. „Am 31. Mai geht es nicht um persönliche Befindlichkeiten, sondern um unsere Stadt Neunkirchen“, so Teix. Die Bürgerinnen und Bürger hätten eine Stadtpolitik verdient, „die ehrlich für Sie zusammenarbeitet“. Angesichts der politischen Turbulenzen der vergangenen Jahre – darunter eine Parteispaltung und anhaltende politische Konflikte – sei es nun an der Zeit, „neu durchzustarten und Neunkirchen gemeinsam nach vorne zu bringen“.

Die Opposition, allen voran FPÖ-Landesgeschäftsführer und Spitzenkandidat Helmut Fiedler, macht Teix und die ÖVP für die finanziell angespannte Situation der Stadt verantwortlich. Neunkirchen steht als Abgangsgemeinde unter der Aufsicht des Landes und Teix habe als Finanzstadtrat jahrelang die Verantwortung über das Budget der Stadt gehabt, so Fiedler.

FPÖ-Landeshauptfraustellvertreter Udo Landbauer mit Helmut Fiedler beim Wahlkampf in Neunkirchen

FPÖ-Landeshauptfraustellvertreter Udo Landbauer mit Helmut Fiedler beim Wahlkampf in Neunkirchen

Der Bürgermeister sieht hingegen seit seinem Amtsantritt im Dezember einen klar eingeschlagenen Reformkurs. So werde die Furt-Brücke neu errichtet, der Rechnungsabschluss falle um 4,2 Millionen Euro besser aus als erwartet, und sowohl das Hallenbad als auch die Musikschule in der Innenstadt blieben erhalten. „Das ist das Ergebnis konsequenter Arbeit und des Willens, die Baustellen wirklich anzupacken“, sagt Teix.

Harte Bandagen

Was markige Sager anbelangt, steht Teix ÖVP-Landesgeschäftsführer Matthias Zauner zur Seite, der sich auf Fiedler und die FPÖ einschoss: „Neunkirchen ist kein Hobby-Projekt, für das man kurz vor der Wahl auftaucht, und auch kein Karrieresprungbrett für ein Ministeramt. Neunkirchen verdient das Beste. Wer am 31. Mai auf Zusammenarbeit und neue, gute Ideen für Neunkirchen setzen will, kann daher nur Bürgermeister Peter Teix und sein Team wählen.“

Wer von dem offen ausgetragenen Zwist zwischen ÖVP, FPÖ und Berlosnigs Bürgerliste profitieren will, ist die SPÖ mit Spitzenkandidat Günther Kautz. „Zusammenhalt und Aufbruch, das ist mein Motto für das Amt des Bürgermeisters. Vorbei sollen die Zeiten sein, wo dies nur plakativ am Rathaus hing. Ich gehe auf alle Neunkirchner gleichermaßen zu, Ausgrenzung und politische Stigmatisierung von Teilen der Neunkirchner Bevölkerung wird es mit mir nicht geben“, so Kautz.

Doppelmoral

Für Marcus Berlosnig ist die „Doppelmoral“ der FPÖ derzeit der größte Angriffspunkt. Fiedler fordert laufend Einsparungen bei der Verwaltung von Neunkirchen und die Kürzung von Politikergehältern. „Es ist aus unserer Sicht schlicht unredlich, wenn ein Landtagsabgeordneter mit einem Einkommen von rund 8.000 Euro im Monat und gleichzeitig als Landesgeschäftsführer weitere rund 8.000 Euro bezieht, über einen Dienstwagen samt Chauffeur verfügt und nun auch noch das Amt des Bürgermeisters anstrebt, gleichzeitig aber Kündigungen und Einsparungen bei Gemeindebediensteten fordert“, so Berlosnig.

Dieser Widerspruch sei eklatant. „Wer selbst in dieser Dimension verdient, kann nicht glaubwürdig bei den untersten Ebenen sparen wollen“, so Berlosnig.

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