Tatort war dieser Spielplatz in Maria Enzersdorf

© Willy Kraus

Chronik Niederösterreich
06/19/2019

Neunjährige missbraucht: Tatverdächtiger ist ein Serientäter

57-jähriger Diplomingenieur ist bereits seit 2014 amtsbekannt. Er wurde in Slowenien und Österreich schon verurteilt.

von Patrick Wammerl

Der sexuelle Übergriff auf ein neunjähriges Mädchen auf einem Spielplatz in Maria Enzersdorf ist anscheinend kein Einzelfall. Das nö. Landeskriminalamt dürfte einen pädophilen Serientäter aus dem Verkehr gezogen haben.

Der 57-Jährige Diplomingenieur Andreas B. wurde bereits in Slowenien und zuletzt im Februar 2018 am Landesgericht Wiener Neustadt unter anderem wegen Übergriffen auf kleine Kinder rechtskräftig verurteilt. Eine Therapie zeigte bei dem Mann anscheinend keine Wirkung.

Damit ist auch klar, wie die Polizei nach dem jüngsten Übergriff am Pfingstsonntag so rasch auf die Spur des Sexualstraftäters kommen konnte. Andreas B. war auf Grund seiner Vorgeschichte einschlägig bekannt. Der 57-Jährige soll, wie berichtet, am 9. Juni auf dem Spielplatz bei der Burg Liechtenstein in Maria Enzersdorf einem neunjährigen Mädchen aufgelauert und das Kind in ein Waldstück gezerrt haben.

Dabei dürfte er sein Opfer sofort missbraucht haben. Als eine Freundin des Mädchens den Vorfall mitbekam, schrie das Kind geistesgegenwärtig um Hilfe. Durch die Schreie alarmiert, liefen die Mütter sofort zu ihren Kindern. In der Zeit ergriff der Tatverdächtige die Flucht.

Auf Grund der Personenbeschreibung dämmerte es relativ bald bei den Ermittlern. Sie haben den Diplomingenieur bereits seit 2014 im Visier. Damals hatte der Mann in einem Einkaufszentrum ein ebenfalls neunjähriges Mädchen zu sich gelockt und das Kind im Intimbereich begrapscht. Genau dasselbe versuchte er auch bei einer Elfjährigen.

Scham und Schande

Bei seinem Prozess am Landesgericht Wiener Neustadt bekannte sich der Pensionist schuldig, verweigerte aus „Scham und Schande“ jedoch jeglich Aussage. Er wurde zu einer Therapie und vier Monaten bedingter Haft verurteilt. Das Urteil fiel deshalb so milde aus, weil es in Bedachtnahme auf eine wesentlich höhere Haftstrafe erfolgte, die er zuvor in Slowenien ausgefasst hatte.

Nach der neuerlichen Festnahme sitzt Andreas B. in der Justizanstalt Wiener Neustadt. „Es wurde die Untersuchungshaft verhängt“, erklärt Gerichtssprecherin Birgit Borns.