© Zenker/Lukas Beck

Chronik Niederösterreich
02/19/2021

Neuerscheinung: Sherlock ermittelt statt Kottan

Tibor Zenker, Sohn des Kottan-Erfinders, publiziert Krimireihe in Buchform.

von Marlene Penz

Tibor Zenker, der Sohn von Kottan-Erfinder Helmut Zenker, bringt nun ebenfalls eine Krimireihe heraus. Allerdings nicht im Fernsehen, sondern in Buchform. Anders als bei seinem Vater, hat er den Ermittler nicht erst erfinden müssen – es ist kein Geringerer als Detektiv Sherlock Holmes, die Figur von Sir Arthur Conan Doyle.

Der 44-Jährige aus Wolkersdorf (Bezirk Mistelbach) veröffentlicht (im Verlag Edition a) drei Bücher mit je sechs Fällen. Das erste – Sherlock Holmes und die Ägyptische Mumie – ist im Februar erschienen. Es folgt Mitte April „Sherlock Holmes und der Pirat aus der Karibik“ und Mitte Juni „Sherlock Holmes und die Geheimmission Ihrer Majestät“.

Schon seit Sommer 2018 veröffentlicht Zenker seine Sherlock-Holmes-Geschichten als Hörbücher. Auch Kottan wurde 1976 zunächst als Hörspiel veröffentlicht. „Rund 35 Sherlock-Holmes-Storys sind schon erschienen. Gelesen werden sie von einem professionellen Schauspieler“, erzählt Zenker.

Urheberrecht

Es sei keine besondere Vorliebe für den britischen Schnüffler gewesen, die ihn dazu gebracht hat, sondern sein Bruder Jan Zenker. „Er hat einen Hörbuchverlag und da ist ihm aufgefallen, dass die Holmes-Originale großes Publikumsinteresse hervorrufen und dass es auch Interesse an Neuem gibt. Da hat er an mich sozusagen den Auftrag weitergeleitet“, erzählt der studierte Politikwissenschafter.

Aber darf man das überhaupt? „75 Jahre nach dem Tod des Autors gelten die Urheberrechte nicht mehr. Die Frage ist eher, ob man sich an einer fremden Figur vergreifen soll“, meint Zenker. Anfangs sei er sich nicht sicher gewesen. „Aber ich bin zum Schluss gekommen, dass man Sherlock Holmes wie eine literaturhistorische Kunstfigur behandeln kann – so wurde auch eine Würdigung von dem, was Doyle geschaffen hat, daraus.“

Sherlock in Österreich

Bei seinen Geschichten achtet er darauf, dass sie in den Kanon der Originale passen und es keine geschichtlichen Widersprüche gibt. Sie spielen im London der 1880er/’90er-Jahre, dem „Zentrum der damaligen Welt“. „Ich baue Fälle um historische Personen, wie etwa Johann Strauss oder den jungen Winston Churchill. Aber es sind auch ganz gewöhnliche Mordfälle, Einbrüche und Diebstähle dabei“, schildert der Autor. Damit ihm der Stoff nicht ausgeht, reist Sherlock Holmes auch einmal in ferne Länder – wie etwa Österreich oder Palästina – um Fälle zu übernehmen.

Grundsätzlich wäre auch eine Präsentation der gedruckten Bücher mit Lesungen geplant gewesen – Corona-bedingt fallen diese aber zurzeit aus. „Da würde ich selbst lesen, ich habe ja auch schon Kottan-Lesungen gemacht“, so Zenker.

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