Wählen Sie KURIER als bevorzugte Google-Quelle

Kartenspiele im Notarztstreit: SPÖ-Mann erntet für Rote Karte Fouls

Das Video des roten Ybbser Abgeordneten Schroll klickten bereits 50.000 Facebook-User an. Neben viel Zustimmung finden sich auch Beleidigungen in den Kommentaren.
Alois Schroll mit Roter Karte

Nachdem die schwarz-blaue Landeskoalition in der Vorwoche der SPÖ-Landesrätin Eva Prischl die „Gelbe Karte“ wegen zu wenig Aktivität in der Neuordnung der Notfallrettung gezeigt hatte, startete der Ybbser Nationalrat Alois Schroll ebenfalls eine Strafaktion. Über Social Media zeigte er den schwarz-blauen Landtagsabgeordneten Silke Dammerer (ÖVP) und Richard Punz (FPÖ) aus dem Bezirk Melk die „Rote Karte“.

Schroll kämpft seit dem vorjährigen Beschluss des NÖ–Gesundheitsplans im Landtag – übrigens mit den Stimmen der SPÖ - vehement gegen die Schließung der Notarztstützpunkte (NEF-Stützpunkte) in Pöggstall und in Ybbs/Donau. ÖVP und FPÖ hatten in der Vorwoche symbolisch nicht nur die Gelbe Karte gegen Prischl gezückt, sondern auch einen Dringlichkeitsantrag im Landtag eingebracht. Prischl solle als zuständige Landesrätin die für April 2027 beschlossene Sperre von 11 Notarztstützpunkten einhalten, forderte eine Mehrheit der Landtagsabgeordneten per Abstimmung erneut.

Konter mit Roter Karte

Schroll nutzte den Steilpass zum Konter und schoss gegen die beiden schwarz-blauen Melker Mandatare. An die 50.000 sahen das Posting bisher und etliche Dutzend Facebook-Nutzer kommentierten es. Der kämpferische Schroll bekommt dabei nicht nur Nettes zu lesen und muss so manch wirklich ausschlusswürdiges Foul einstecken.

"Ich bin da offenbar in gewissen Bubbles gelandet. Viele, die Kommentare absetzen, haben keinen Bezug zur Sache und stammen aus ganz anderen Regionen. Mich lässt das mittlerweile kalt, außer ich und Familienmitglieder werden bedroht oder es wird rechtsradikales Zeug verbreitet", so Schroll. Der Verfassungsdienst im Parlament beobachte die Attacken und unterstütze dann die Abgeordneten, wenn es um rechtliche Schritte gegen die Aggressoren gehe, berichtet Schroll.

Einmal mehr betont der Mostviertler Mandatar und Rotkreuz-Helfer, dass sein Kampf um die Erhaltung der NEF-Stützpunkte in Ybbs und Pöggstall nicht politisch motiviert sei. "Die beiden betroffenen Standorte sind unverzichtbar, das zeigt die Praxis", sagt er. Selbst ÖVP-Bürgermeister würden ihn bestätigen und bestärken, versichert er. 

Kommentare