Blochberger zaubert seit seinem zehnten Lebensjahr.

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Chronik Niederösterreich
04/12/2019

Nachwuchsmagier: „Zauberei ist jung, modern und lustig“

Fabian Blochberger (20) träumt nach seinem Sieg beim 1. Magic Slam Wiener Neustadt von der Bühne in Las Vegas.

von Caroline Ferstl

Einen Pokal, Ruhm und Ehre sowie einen Auftritt im Circus Roncalli sicherte sich der 20-jährige Fabian Blochberger aus Krumbach (Bezirk Wiener Neustadt-Land) mit seinem Sieg beim 1. Magic Slam Wiener Neustadt. Sein Ziel: die Zauberkunst zu entstauben. 

KURIER: Herr Blochberger, mit welchem Zaubertrick haben Sie vor 150 Leuten den 1. Magic Slam Wiener Neustadt gewonnen?

Blochberger: Ich habe eine Zuseherin, willkürlich aus dem Publikum gewählt, vorhersagen lassen, welche Kleidung ich am Ende der Show tragen werden. Sie wählte ein rotes Tanktop, eine grüne Hose, eine gelbe Krawatte, blaue Hosenträger und orangenfarbene Socken. Und siehe da, unter meinem Kostüm trug ich tatsächlich ein rotes Tanktop, eine grüne Hose, eine gelbe Krawatte, blaue Hosenträger und orangenfarbene Socken.

Wie hat das funktioniert?

Ziemlich gut. (Zwinkert.)

Na gut, dann eben anders formuliert: Wie haben Sie das gemacht?

Das bleibt ein Zauberergeheimnis.

Sie haben bereits im Vorjahr beim Wiener Magic Slam gewonnen und konnten sich auch jetzt gegen vier starke Magierkonkurrenten durchsetzen. Was braucht ein guter Zauberer, um erfolgreich zu sein, abgesehen von einigen Assen im Ärmel?

Ich will weg vom Klischee, dass ein Zauberer einen Hasen aus seinem schwarzen Zylinder holt. Mein Ziel ist es, zu zeigen, dass Zauberei jung, modern, frech und lustig ist.

Sie machen aus einer einzigen Weinflasche neun Flaschen – der Trick kommt sicher nicht nur bei Weinliebhabern gut an. Wie lange üben Sie, bis die Vorstellung sitzt?

Das kommt auf den Zaubertrick an: mal braucht es eine Woche, dann wieder ein paar Monate. Was jedoch von vielen oft unterschätzt wird, ist das Drumherum: die Comedy, das Animieren des Publikums, die Präsentation des Tricks. Man will mit seiner Vorstellung eine Geschichte erzählen.

Wie sind Sie zum Zaubern gekommen?

Als ich zehn Jahre alt war, lag mein Brief für Hogwarts im Briefkasten. (Lacht.) Nein, Scherz beiseite, ich habe ganz klassisch als Kind einen Zauberkasten zu Weihnachten bekommen und einfach nicht den Faden verloren. Ich nahm an Workshops teil und hab’ mich mit Kollegen ausgetauscht, das hat mir einfach gefallen.

Die Karriere als Zauberer? Sie haben ein eigenes Eventunternehmen und waren während Ihrer Schulzeit in der Schülerunion politisch aktiv. Beide Karrierewege wurden Ihnen quasi in die Wiege gelegt (Großvater Franz Blochberger war Landesrat in NÖ, Vater Georg Blochberger gehört die Eismanufaktur Eis Greissler Anm.). Sie zieht es auch in die Öffentlichkeit?

Genau, ich sehe mich eher aber im Event- und Unterhaltungsbereich. Die Zauberei lässt sich gut mit meinem Veranstaltungsunternehmen vereinbaren. Aber natürlich helfe ich im Sommer im Familienbetrieb in Krumbach aus.

Wäre das eine Option, den Familienbetrieb eines Tages zu übernehmen?

(Lacht.) Meine Eltern sind ja noch recht jung, also habe ich noch Zeit, darüber nachzudenken. Die Frage steht natürlich im Raum, aber einen Druck spüre ich keinen. Mir wurde immer erlaubt, mein eigenes Ding durchzuziehen und alles auszuprobieren, was ich machen will. Und das tu’ ich jetzt eben auch.

Also sehen Sie sich eher als Magier als hinter der Eisvitrine?

Mein Traum wäre natürlich, eines Tages auf der Bühne in Las Vegas stehen zu dürfen, wie David Copperfield oder David Blaine. Das wünscht sich wohl jeder kleiner und großer Zauberer.

Zur Person

Der 20-jährige Krumbacher (Bezirk Wiener Neustadt-Land) maturierte am BORG Wiener Neustadt. Blochberger besitzt seine eigene Eventfirma, Hofstätterhof Entertainment GmbH, und organisiert unter anderem jährlich das BORG Clubbing in Wiener Neustadt. Mit seiner Zauberkunst stand er bereits bei der ORF-Show „Die große Chance“ auf der Bühne, verzauberte das Musikerduo Seiler und Speer und gewann den Wiener Magic Slam 2018. Beim großen Finale im Dezember des Vorjahres holte er den zweiten Platz. 

Zur Veranstaltung

Seit zweieinhalb Jahren wird der Magic Slam organisiert. Fünf Zauberer – vom Newcomer bis zum Profi – treten gegeneinander an, das nächste Mal am 31. 5. in Salzburg und am 11.10. in Linz. Die  Magier buhlen in ihrer jeweils 15-minütigen Darbietung um die Gunst des Publikums, das am Ende über den Sieger entscheidet. Im Dezember findet das große Finale statt, bei dem die Gewinner der bisherigen Slams um ein Preisgeld in der Höhe von 1500 Euro wetteifern.  Weitere Infos unter www.magicslamaustria.at
 

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