Chronik | Niederösterreich
14.07.2018

Nach Home Invasion in St. Pölten: Festnahme in Salzburg

Das niederösterreichische Landeskriminalamt spürte den Tatverdächtigen wenige Tage nach der Tat in Salzburg auf.

Nach einer brutalen Home-Invasion am helllichten Tag in St. Pölten haben Ermittler des niederösterreichischen Landeskriminalamtes möglicherweise einen Serientäter aus dem Verkehr gezogen. Der 20-jährige Slowake Marcel K. soll am 6. Juli in einer Wohnung In St. Pölten eine 79-jährige und deren 53-jährige Tochter überfallen und schwer misshandelt haben. Nachdem er die Tochter geknebelt und gefesselt hatte, soll er auch noch versucht haben sie zu vergewaltigen.

Laut den Raubermittlern war es ein Kampf auf Leben und Tod, der sich in der Wohnung zugetragen hat. "Der Täter hat sich unbemerkt hinein geschlichen. Als ihn die Frauen überraschten ist er sofort auf sie losgegangen", so Chefinspektor Josef Deutsch vom LKA.

So soll der Mann mit einem Wecker auf die Opfer eingeschlagen haben, sodass sie Rissquetschwunden erlitten. Anschließend soll er sich Kleidungsstücken Stoffstreifen geschnitten haben, mit denen er die geschockten Frauen fesselte und knebelte.

Die Vergewaltigung der 53-Jährigen soll nur an der heftigen Gegenwehr des Opfers gescheitert sein. Aus Zorn habe der Täter der Frau ein Messer in den Fuß gestochen.

Gegenwehr bei Festnahme

Als er die Wohnung auf Schmuck, Geld und Kreditkarten durchsucht hatte, soll er die Telefonleitung aus der Wand gerissen und die Frauen in der Wohnung eingesperrt haben. Erst nach einiger Zeit konnten sie Hilfe holen. Die Feuerwehr musste die Eingangstüre aufbrechen damit der Notarzt die Verletzten versorgen konnte. Mutter und Tochter wurden uns Landesklinikum St. Pölten eingeliefert, wo sie tagelang in stationärer Behandlung waren.

Da der Täter mit den gestohlenen Bankomat und Kreditkarten nur eine Stunde nach der Home Invasion bereits Abhebungen tätigte, wurde er von Überwachungskameras gefilmt. Die Polizei veröffentlichte die Fotos und erhöhte damit den Fahndungsdruck, auch mit Hilfe eines internationalen Haftbefehls.

Der Flüchtige war inzwischen nach Salzburg weiter gereist, wo er in einem Hotel bei einem Einschleichdiebstahl wieder an Bankomatkarten gelangt sein soll. Als die Polizei versuchte den Mann festzunehmen, versuchte dieser zu flüchten. Bei seiner Festnahme soll er heftige Gegenwehr gezeigt und auf die einschreitenden Beamten eingeprügelt haben.

Der 20-Jährige kommt auch für zahlreiche andere Straftaten im In- und Ausland in Frage. Derzeit werden DNA und Fingerabdrücke des Mannes auf Übereinstimmungen zu anderen Tatorten überprüft. Mögliche weitere Opfer werden gebeten, sich mit dem LKA Niederösterreich, unter der Nummer 059133-30-3333, in Verbindung zu setzen.