Kerzen im Portal des Blindenmarkter Gemeindeamts sollen von Impfgegnern stammen

© Atzenhofer Wolfgang

Chronik Niederösterreich
12/28/2020

Mysteriöser Kerzerl-Altar vor Gemeindeamt: Impfgegner am Werk?

Unbekannte deponierten Lichter am Eingang zum Gemeindezentrum in Blindenmarkt und geben Rätsel auf. Bürgermeister lässt die Kerzen entfernen.

von Wolfgang Atzenhofer

„In unserer Gemeinde ist über die Feiertage zum Glück nichts Schlimmes passiert. Ich kann alle beruhigen. Warum da jetzt Kerzerl vor dem Gemeindeamt stehen,  weiß ich nicht.“ Franz Wurzer, ÖVP-Bürgermeister der Marktgemeinde Blindenmarkt, musste Montagvormittag mehrfach telefonische Anfragen  beantworten,  weil in den vergangenen Tagen eine kleine Gedenkstätte mit Kerzen im Eingangsbereich des Gemeindeamts errichtet wurde.

„Ich habe den Hinweis bekommen, dass die Lichter von Impfgegnern stammen sollen“, sagt der ÖVP-Ortschef.  Ein entsprechender Hinweis sei an den Kerzen gefunden worden. „Angemeldet oder gegen das Impfen beschwert hat sich bei mir aber niemand. Die Kerzen sollen in den vergangenen Tagen nach und nach hingestellt worden sein. Ich weiß auch nicht, wer hinter der Aktion steckt“, so Wurzer.

Ihm sei auch nicht bekannt, dass besonders verbissene Gegner in der Gemeinde beheimatet seien, erklärt Wurzer. Er habe jedenfalls den Bereitschaftsdienst des Gemeindebauhofs angewiesen, die Lichter wegzuräumen.

Keine Spur

Ein in Corona-Angelegenheiten sehr kritischer Blindenmarkter Gemeinderat, der ehemalige FPÖ-Landesgeschäftsführer Martin Huber, versichert jedenfalls ebenso nichts von der ungemeldeten Aktion gewusst zu haben. „Ich höre davon gerade das erste Mal“, versichert er gegenüber dem KURIER. Er kenne auch niemanden, der die Sache organisiert haben könnte, sagt Huber. 

Dass es in vielen Orten kritische Geister gebe, begrüße er aber. Die Sonntag in NÖ von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner gestartete Impfaktion hatte Huber, der seit dem Rauswurf aus der FPÖ in NÖ als wilder Abgeordneter im Landtag sitzt, im Vorfeld aber heftig kritisiert. „Wie pervers ist das?“, postete er unter einer Ankündigung, dass die Landehauptfrau der ersten Impfung in NÖ beiwohnen werde.

„Ja, ich empfand diese Aktion als beschämend“, sagt Huber, der heuer auch schon Demonstrationen von Maskengegnern besucht hatte. „Jeder muss sich frei entscheiden können, ob er sich impfen lässt oder nicht“, erklärt der Ex-Blaue. Er selbst werde sich nicht impfen lassen.

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