Tatrekonstruktion am Bahnhof in Wiener Neustadt

© Wammerl Patrick

Chronik Niederösterreich
10/22/2019

Mordversuch in Wr. Neustadt: Waffenverbot wird noch geprüft

Gericht ließ blutige Szenen nachstellen. Schwer verletztes Opfer blieb Termin zum zweiten Mal fern.

von Patrick Wammerl

Der Fall sorgte für eine politische Debatte um ein generelles Waffenverbot in Wiener Neustadt: Ende August wurde der 28-jährige Burgenländer Andreas H. mit einem Messerstich in die Brust am Wiener Neustädter Bahnhof beinahe getötet. Als Verdächtiger wurde kurz darauf ein 30-jähriger Asylwerber festgenommen.

Montag früh ließ das Gericht die blutigen Szenen nun bei einer Tatort-Rekonstruktion nachstellen. Der tatverdächtige Asylwerber Morteza M. war von Zeugen dabei beobachtet worden, wie er nach einem Streit ein Messer holte und dieses seinem Kontrahenten in die Brust rammte. Laut seinem Verteidiger, Wolfgang Blaschitz, bestreitet Morteza M. allerdings den Mordversuch. „Er will mit der Sache nichts zu tun haben und meint, dass das Opfer sich die Verletzungen woanders zugezogen hat“, erklärt Blaschitz.

Morteza M. ist für die Polizei kein Unbekannter. Über ihn waren bereits vor dem Tatzeitpunkt Ende August mehrere Betretungsverbote für die polizeiliche Schutzzone am Bahnhof verhängt worden. Auch Anzeigen fasste er aus, weil er sich nicht an die Wegweisungen hielt. Zudem ist der Mann wegen zahlreicher Drogendelikte amtsbekannt.

Termin ohne Opfer

Der bei dem Messerstich schwer verletzte Andreas H. war am Montag bereits zum zweiten Mal nicht zur Tatort-Rekonstruktion erschienen. Er ist für die Justiz derzeit nicht greifbar.

Nach dem Mordversuch forderten ÖVP Bürgermeister Klaus Schneeberger und sein Stellvertreter Michael Schnedlitz (FPÖ) ein generelles Waffenverbot in Wiener Neustadt nach dem Vorbild vom Wiener Praterstern. Die Angelegenheit wird derzeit aber noch von der Landespolizeidirektion und dem Innenministerium geprüft. Im Beobachtungszeitraum der vergangenen eineinhalb Jahre gab es in Wiener Neustadt – mit Ausnahme des Mordversuchs sowie einer zweiten Messerattacke vor einem Lokal – aber kaum Zwischenfälle mit Waffengewalt. Seit Verhängung der polizeilichen Schutzzonen im Mai 2017 – erst am Bahnhof, dann auch im Stadt- und Esperantopark wurden rund 2000 Betretungsverbote ausgesprochen.

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