Die bosnische Flagge wurde in der MilAk gehisst

© ÖBH/MilAk

Chronik Niederösterreich
10/01/2019

Militärausbildung: Wiener Neustadt verdrängt Ankara

Bosnier werden an der Militärakademie zu Offizieren ausgebildet. Projekt dient der Stabilisierung am Balkan.

von Patrick Wammerl

Das Verteidigungsministerium und die Republik Österreich verfolgen einen ganz konkreten Plan. Um Staaten wie Bosnien-Herzegowina oder Montenegro näher an die Europäische Union zu bringen und für mehr Stabilität auf dem Balkan zu sorgen, werden die zukünftigen Führungskräfte des dortigen Heeres an einer österreichischen Kaderschmiede ausgebildet. Durch eine Kooperation mit dem bosnisch-herzegowinischen Verteidigungsministerium wurden erstmals zehn Kadetten an der Theresianischen Militärakademie in Wiener Neustadt zur Offiziersausbildung zugelassen. In einem weiteren Schritt folgen auch Anwärter aus Montenegro und Nordmazedonien.

Weil die Staaten über keine eigene Offiziersschule verfügen, wurden die angehenden Entscheidungsträger des Balkanheeres bisher an einer Militärakademie in der Türkei ausgebildet. Im Hinblick auf die politische Stabilität in den ehemaligen Krisenländern ist die Europäische Union wenig erfreut über den militärischen Einfluss aus Ankara. Daher wurde ein Ausbildungsabkommen mit Österreich getroffen. Um dem Fachhochschul-Bachelor-Studiengang Militärische Führung an der Militärakademie auch folgen zu können, starteten zehn bosnische Soldaten 2017 mit einer einjährigen Sprachausbildung. „Danach absolvierten sie die militärische Basisausbildung an der Heerestruppenschule. Im August haben sie zusammen mit 108 anderen mit der Offiziersausbildung an der MilAk begonnen“, erklärt der Kommandant der Militärakademie, Karl Pronhagl. Damit hat die Offiziersschmiede fast doppelt so viele Kadetten aufnehmen dürfen wie in den Jahren zuvor.

Fluglotsen

Die nächsten beiden Generationen sind auch bereits gesichert. Eine Gruppe absolviert gerade den vorbereitenden Sprachkurs, die andere lernt in der Truppenschule das militärische Handwerk. Sie werden im nächsten beziehungsweise übernächsten Jahr an die MilAk wechseln.

Das Engagement auf dem Balkan unterstreicht laut Pronhagl die Internationalität des Studiums an der Militärakademie. „Wir haben aktuell vier unserer Offiziersanwärter an der wohl bekanntesten Akademie in West Point in den USA. Gleichzeitig sind amerikanische Kadetten im Austausch bei uns“, so der Kommandant.

Bereits für das kommende Studienjahr hat die Akademie den Auftrag, einen neuen Studiengang mit Spezialisierung auf Technik und Luftraummanagement zu entwickeln. In Zukunft sollen damit angehende Fluglotsen ausgebildet werden. Nach einem gemeinsamen Jahr soll eine Aufteilung der Fachrichtungen erfolgen.

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