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Drei Männer im Marchfeldkanal ertrunken: Drogen im Spiel

Männer im Alter von 27, 28 und 29 Jahren ertranken bei Tour mit Stand-Up-Paddles. Am Ufer machte die Polizei eine Entdeckung.
NIEDERÖSTERREICH: DREI LEICHEN AUS MARCHFELDKANAL IM BEZIRK KORNEUBURG GEBORGEN

Wie konnten drei junge Männer, die allesamt schwimmen konnten, mit Stand-Up-Paddles im Marchfeldkanal ertrinken?

Dieser Frage gehen seit Donnerstag Kriminalisten nach, nachdem die Leichen der drei Wiener (27, 28 und 29 Jahre) im Zuge einer Suchaktion aus dem Kanal bei Gerasdorf (Bezirk Korneuburg) geborgen wurden.

Tatort-Spezialisten des LKA NÖ an der Unglücksstelle am Marchfeldkanal.

Tatort-Spezialisten des LKA NÖ an der Unglücksstelle am Marchfeldkanal.

Ein Indiz für die Ursache des Unfalles beim Paddeln entdeckte die Polizei am Ufer des Marchfeldkanals. Neben den persönlichen Gegenständen wie Ausweisen, E-Cards, Schlüssel etc., machten die Ermittler einen interessanten Fund. Es wurde Suchtgift sichergestellt, bestätigt Polizeisprecher Stefan Loidl auf Anfrage des KURIER. Die Ermittlungen dazu sind im Laufen.

Starke Strömung

Bei den Toten handelt es sich um zwei Österreicher, 27 und 29 Jahre alt, sowie einen 28-jährigen Afghanen. Sie hatten Suchtmittel an jener Stelle des Ufers zurück gelassen, an der sie mit den Stand-Up-Paddles ins Wasser gegangen sind, so die Spurenlage. „Eine Beeinträchtigung durch Drogen könnte eine Erklärung dafür sein, weshalb sich keiner von ihnen aus der Strömung der Wehranlage befreien konnte“, heißt es vonseiten der Ermittler.

Es wird davon ausgegangen, dass das Trio alle Warnhinweise und die Absperrung ignoriert und versucht hat, die Wehr bei Gerasdorf mit den Paddles zu durchfahren. Ein tödliches Unterfangen, wie sich herausgestellt hat.

Eine Erklärung dazu lieferte nach dem Unglück der Geschäftsführer der Betriebsgesellschaft des Marchfeldkanals, Franz Steiner. Das große Risiko des Kanals sind die Wehren, insbesondere die Wehranlage Nr. 3 bei Gerasdorf, wo sich der tödliche Zwischenfall ereignete. Das Wasser wird davor aufgestaut. Auch wenn es harmlos wirkt, besteht absolute Lebensgefahr, so Steiner. „Man hat dort einen Überfall von einem Meter. Es fließen 5.000 Liter Wasser pro Sekunde durch. Dieser Wasserwalze entkommt man nicht.“

Obduktion und toxikologisches Gutachten

Ob und wie stark die Männer tatsächlich durch Suchtmittel beeinträchtigt waren, soll ein toxikologisches Gutachten klären. Die Staatsanwaltschaft Korneuburg hat jedenfalls Obduktionen angeordnet. 

Die Unglücksstelle: Wehranlage Nr. 3 bei Gerasdorf in NÖ.

Die Unglücksstelle: Wehranlage Nr. 3 bei Gerasdorf in NÖ.

Das Trio war bereits am Montag zu der Paddel-Tour von Wien an den Marchfeldkanal aufgebrochen. Weil sie seither nichts mehr von ihrem Sohn gehört hatte, machte die Mutter des 27-Jährigen am Mittwoch in Wien eine Abgängigkeitsanzeige bei der Polizei.

Leichen wurden flussabwärts gespült

Noch am Mittwoch wurden bei der Wehranlage in Gerasdorf die Stand-Up-Paddles und persönliche Sachen der Männer gefunden. Gegen 20.00 Uhr wurde eine große Suchaktion gestartet, an der auch Diensthunde, eine Drohne sowie Wasserpolizei und Feuerwehr beteiligt waren. Nach knapp fünf Stunden wurde der Einsatz aber abgebrochen und am Donnerstag in den Morgenstunden fortgesetzt. Vom Polizeihubschrauber aus wurden schließlich weiter flussabwärts zwei Leichen im Marchfeldkanal im Bereich der Seyringer Straße entdeckt, die dritte Tote wurde kurz darauf in der Nähe gefunden.

Die Ermittlungen hat das Landeskriminalamt NÖ übernommen. Tatort-Spezialisten übernahmen die Identifizierung der Toten.

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