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Leichenfunde in NÖ: Drei Männer beim Stand-Up-Paddling ertrunken?

Die drei Männer galten zuvor bereits als vermisst. Zwei der Toten sind 27 und 28 Jahre alt, der Dritte wurde noch nicht identifiziert.
Polizei und Tatort-Spezialisten des LKA NÖ am Fundort der drei Leichen in Gerasdorf.

Im Bezirk Korneuburg sind am Donnerstag in der Früh im Marchfeldkanal bei Gerasdorf drei Leichen entdeckt worden. Die jungen Männer aus dem Raum Wien waren bereits am Montag zu einem gemeinsamen Ausflug mit Stand Up Paddles aufgebrochen.

Am Mittwoch hatte die Mutter eines 27-Jährigen ihren Sohn in Wien als abgängig gemeldet, weil sie ihn nicht erreicht hatte.

Wehranlage im Marchfeldkanal: Bei der Durchfahrt besteht Lebensgefahr

Wehranlage im Marchfeldkanal: Bei der Durchfahrt besteht Lebensgefahr

Landeskriminalamt ermittelt

Im Zuge einer Suchaktion wurden Mittwochabend im Bereich der Wehranlage in Gerasdorf die Stand Up Paddles und persönliche Gegenstände der jungen Männer entdeckt. Gegen 20.00 Uhr wurde eine große Suchaktion gestartet, an der auch Diensthunde, eine Drohne sowie Wasserpolizei und die Feuerwehr beteiligt waren. Nach knapp fünf Stunden wurde der Einsatz aber abgebrochen und Donnerstagfrüh fortgesetzt. Vom Hubschrauber aus wurden zwei Leichen im Marchfeldkanal im Bereich der Seyringer Straße in Gerasdorf entdeckt, der dritte Tote wurde kurz darauf in der Nähe gefunden.

Zur Klärung der Todesumstände hat das Landeskriminalamt Niederösterreich die Ermittlungen übernommen. Tatortspezialisten waren mit der Spurensicherung und der Identifizierung der Toten beschäftigt.

Bei den Opfern handelt es sich laut Polizei um einen 27-jährigen Österreicher und einen 28 Jahre alten afghanischen Staatsbürger. Die dritte Person wurde bisher noch nicht identifiziert, erklärte Polizeisprecher Stefan Loidl Donnerstagnachmittag.

Polizei und Tatort-Spezialisten des LKA NÖ am Fundort der drei Leichen in Gerasdorf.

Polizei und Tatort-Spezialisten des LKA NÖ am Fundort der drei Leichen in Gerasdorf.

Die Hintergründe gelten als besonders mysteriös. Die Polizei ist derzeit dabei, die Umstände restlos zu klären. Vermutet wird, dass das Trio versucht hat, mit den Stand Up Paddles eine Wehranlage die Gerasdorf zu durchqueren - ein anscheinend tödliches Unterfangen. Das Trio könnte die Risiken unterschätzt haben.

Lebensgefahr durch Walzenbildung

In diesem Zusammenhang hat die Betriebsgesellschaft des Marchfeldkanals am Donnerstag kurz nach dem Leichenfund einen Warnhinweis veröffentlicht. „Die Durchfahrt durch Wehranlagen ist grundsätzlich verboten. Das Durchfahrtsverbot besteht auf wasserrechtlichen und sicherheitsrelevanten Bestimmungen. Bei der Durchfahrt besteht Lebensgefahr, da starke Unterströmungen, Walzenbildungen und unvorhersehbare Wasserbewegungen auftreten. Boote, Kanus oder Kajaks können durch Strömungen erfasst, beschädigt oder zum Kentern gebracht werden“, so die Warnung.

Die drei Männer dürften beim Versuch die Wehranlage zu durchfahren, ertrunken sein.

Wie der Geschäftsführer der Betriebsgesellschaft des Marchfeldkanals, Franz Steiner, im Gespräch mit dem KURIER erklärt, gilt die Wehranlage bei der Unglücksstelle in Gerasdorf als besonders gefährlich. „Das Wasser wird aufgestaut und man hat dort einen Überfall von einem Meter. Es fließen 5.000 Liter pro Sekunde durch. Dieser Wasserwalze entkommt man nicht“, sagt Steiner.

Wegen der Gefahr ist die Wehranlage auch mit Seilen abgesperrt. Die Staatsanwaltschaft Korneuburg hat eine Obduktion der Leichen angeordnet.

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