Lawinengefahr: Skitourengeher in NÖ konnten Schneebrett entkommen
Lawinenkegel am Göller
Die Lawinengefahr ist in weiten Teilen Österreichs teilweise kritisch. Auch in den niederösterreichischen Bergen ist die Situation derzeit nicht zu unterschätzen, wie ein Zwischenfall von Montag zeigt.
Zwei Skitourengeher aus dem Bezirk Lilienfeld sind am Göller (1.766 Meter) in St. Aegyd am Neuwalde (Bezirk Lilienfeld) knapp einem Lawinenunglück entkommen. Wie die NÖ Bergrettung berichtet, hatten sich die Wintersportler am Montag um die Mittagszeit in der Westlichen Eisgrube am Göller befunden, als sich im Zuge ihrer Abfahrt etwa 100 Höhenmeter unter dem Kamm ein Schneebrett löste.
Einzeln abgefahren
“Das Schneebrett hat sich beim Einfahren des vorausfahrenden Skitourengehers gelöst, der durch großes Glück und taktisches Handeln rasch und eingangs des Lawinenkegels ausfahren und somit Schlimmeres verhindern konnte”, erklärt Karl Weber, Landesleiter der Bergrettung NÖ/W.
Die Skitourengeher hatten sich richtigerweise zu Einzelabfahrten mit entsprechendem Sicherheitsabstand entschieden.
Bergretter bei einer Lawinenübung
Wie die Bergrettung betont, waren beide Tourengeher sowohl mit der nötigen Sicherheitsausrüstung ausgestattet. Außerdem verhielten sie sich richtig und setzten eine sogenannte "Negativmeldung" an die Einsatzkräfte ab.
Verschütteten-Suchgerät, Sonde, Schaufel
Zur relevanten Sicherheitsausrüstung zählen zumindest ein Lawinenverschütteten-Suchgerät (LVS), eine Sonde sowie eine Schaufel. Bei einer Negativmeldung setzen Beteiligte einen Notruf ohne Verletzungsfolge ab. “Das ist für die Einsatzkräfte der Bergrettung und Alpinpolizei von immanenter Bedeutung, weil andernfalls die Rettungskette automatisch und unnötigerweise eingeleitet würde. Dafür bedanken wir uns bei den Skitourengehern”, sagt Weber.
Tonnenschweres Gewicht
Mit einer Abrisskante von rund 30 Zentimetern Höhe, einer Breite von 15 und einer Länge von 300 Metern erreichte das Schneebrett eine nicht zu unterschätzende Größe. Wie die Bergrettung erklärt, erliegen viele Wintersportler aufgrund der sozialen Medien dem Trugschluss, dass sie sich selbst aus den Schneemassen befreien könnten. Vergleichbare Schneebretter erreichen ein Gewicht von 150 Tonnen und deutlich mehr, abhängig von der Schneeart.
"Hinzukommt die Geländebeschaffenheit. Gerade in Niederösterreich, wo aufgrund der geringeren Höhen rascher Baumgrenzen sowie Mulden und Senken erreicht werden, enden Lawinenabgänge schnell tödlich. Es ist wichtig zu erwähnen, dass unter solchen Schneemengen die Überlebenschancen drastisch sinken.”, sagt Robert Salzer von der Bergrettung NÖ/W.
Der NÖ Lawinenwarndienst hat aufgrund der aktuellen Schneelage im Bereich des Göller und der Mürzsteger Alpen die Lawinenwarnstufe 2 ausgegeben.
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