Landesbehörde will Klarheit zu Schrottverarbeitung in Greinsfurth
Geplantes Baugelände wurde auf Internetplattform zum Verkauf angeboten.
Verzögerungen im behördlichen Genehmigungsverfahren und neue offene Fragen begleiten das umstrittene Millionenprojekt für einen Schrottbearbeitungsplatz der Firma Besta Holding GmbH. in der Forstheide in Greinsfurth bei Amstetten. Während es im Stammbetrieb in Loosdorf (Bezirk Melk) behördliche Überprüfungen wegen Anzeigen gegeben hat, wird nun das Grundstück in Amstetten auch noch auf willhaben.at zum Verkauf angeboten.
Wie KURIER-Recherchen zeigen, versucht auch die zuständige Behördenstelle beim Land NÖ den Durchblick zu bekommen. Im Zuge der mündlichen Behördenverhandlung im Juni 2025 formierte sich einerseits massiver Widerstand in der Bevölkerung gegen das Werk. Andererseits verordnete die Behörde für Umwelt- und Anlagenrecht dem Projektbetreiber eine Reihe von Auflagen und zusätzliche bauliche Schutzmaßnahmen für den Betrieb einer Schrottschere und Metallsortierung.
Auf Initiative der Bürgerinitiative „Entscheide Mit“ unterschrieben über 1.500 Menschen gegen das Projekt. Über 500 Bürger, aber auch die Stadt Amstetten, richteten Einwende an die Behörde.
Unterlagen ausständig
Wegen der Fülle der Projektveränderungen kündigte der Abteilungschef Leopold Schalhas im heurigen Jänner eine weitere mündliche Projektverhandlung im Frühjahr an. Doch abgehalten wurde diese bis heute nicht. „Es fehlen noch Unterlagen. Wir haben die Firma aufgefordert, bis Ende Juli bekannt zu geben, wie es weitergeht“, erklärt Vize-Abteilungschef Gottfried Hagel. Dass der eigentliche Baugrund zum Verkauf angeboten wird, habe man registriert, so Hagel. In dem Inserat werden die Industriewidmung, die Nähe zur A1 und die vorhandene Infrastruktur als besondere Vorzüge gelobt.
Sowohl zum aktuellen Stand im Behördenverfahren als auch zum Hintergrund des Verkaufsinserates wollte Besta-Geschäftsführer Josef Konrad auf KURIER-Anfrage keinen Kommentar abgeben. Lediglich zu der Anzeige wegen angeblicher Umweltverfehlungen im Stammbetrieb in Neuhofen bei Loosdorf ließ er sich zu knappen Sätzen bewegen. „Bei uns ist alles in Ordnung“, die Anzeige sei unberechtigterweise zustande gekommen, so Konrad.
Nur mehr bis Ende 2027 würde der Betrieb an diesem Ort aufrechterhalten, machte er eine Anspielung auf eine Übersiedlung nach Greinsfurth. In der Anzeige, die dem KURIER zugespielt wurde, wird unter anderem angeprangert, dass Öle den Boden verseuchen oder Bohremulsionen unsachgemäß entsorgt würden.
Behördenprüfung
Die Anzeige habe zu einer umgehenden Prüfung durch einen Amtssachverständigen für Abfallchemie sowie ein Organ der technischen Gewässeraufsicht geführt, wird seitens der BH Melk bestätigt. Dabei kam es zu keinen Beanstandungen.
Im Rahmen der durchgeführten Lokalaugenscheine – zuletzt am 6. Juli – wurde festgestellt, „dass die Betriebsanlage augenscheinlich konsensgemäß betrieben wird“, teilte BH-Stellvertreter Martin Tandinger schriftlich mit. Sollten weitere Tatbestände zur Anzeige kommen, werde man gesetzeskonform und zeitnah prüfen.
Kommentare