Klinikum Mauer: NÖ Landesausstellung zum Tabuthema Psyche gestartet

Rund 600 Gäste nahmen an der feierlichen Eröffnung in Mauer teil. Vielschichtige Schau macht seelische Gesundheit zu großem Thema. Im Mostviertel erwartet man Besucheransturm.
LH Mikl-Leitner bei Eröffnung Landesausstellung

Eine Landesausstellung, wie es sie unter den bisherigen 41 Landesschauen in Niederösterreich noch nie gab, wurde Freitagnachmittag im Landesklinikum Mauer festlich eröffnet. Noch nie gab es eine derartige Großausstellung bei laufendem Betrieb eines Klinikums. 

Weil das Spital seit über 120 Jahren eng mit der psychischen Gesundheitsversorgung in NÖ verbunden ist, sei es zwar ein gewagter, aber auch richtiger Ort für das Ausstellungsthema „Wenn die Welt Kopf steht - Mensch. Psyche. Gesundheit“, wurde bei der Eröffnungsfeier mehrfach erwähnt.

Haus 21 als Ausstellungshaus

Das Verwaltungsgebäude (Haus 21) am Klinikgelände wurde generalsaniert und zum Ausstellungsgebäude umgebaut. 

Das um 43 Millionen Euro vom Land NÖ herausgeputzte und ausstellungsgerecht sanierte Jugendstil-Ensemble ist selbst Hauptdarsteller  der Schau, die die 250-jährige Geschichte zur medizinischen Behandlung psychischer Erkrankungen und noch vieles mehr zum Thema bringt.

 „Die Landesausstellung soll die Wichtigkeit psychischer Gesundheit in unserer Gesellschaft betonen, die Enttabuisierung psychischer Erkrankungen vorantreiben und den Diskurs darüber anregen - und somit weit über das Jahr 2026 hinauswirken“, sagte Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP). Nach einer kurzen Führung mit Ehrengästen und den Ausstellungsverantwortlichen Armin Lausegger, Niko Wahl und Michael Resch zeigte sie sich begeistert. Sie werde wiederkommen, versicherte sie.

Symbolischer Eröffnungsakt

Symbolischer Eröffnungsakt vor dem Ausstellungsgebäude.

Mit der Ausstellung wolle man untermauern, dass psychische Erkrankungen kein Randthema der Gesellschaft und Teil der Lebensrealität seien, betonte die Landeshauptfrau, so wie auch Spitalslandesrat Anton Kasser (ÖVP) auf der Bühne.

Jazz-Überraschung

Dort stimmte das Top-Jazz-Duo Breinschmid/Gansch mit geschmeidigen und auch aufrüttelnden Rhythmen auf das sensible Thema ein. Die Moderatorin und frühere TV-Wetter-Lady Christa Kummer schwärmte von der Kraft des Ausstellungsthemas, aber auch von den landschaftlichen Reizen der veranstaltenden Region: Das Mostviertel allein habe schon die Kraft, ein Burnout zu heilen, meinte sie.

In der als Veranstalter beteiligten Leaderregion Moststraße sei die Freude über den Start der Landesschau jedenfalls riesengroß – so wie auch die Erwartungen an das heurige Jahr, beteuerten Amstettens Bürgermeister Christian Haberhauer und die Moststraßen-Obfrau und Nachbarbürgermeisterin von Oed-Öhling, Michaela Hinterholzer

Keynote-Speakerin

Authentische Eindrücke steuerte auch die Kabarettistin und Autorin Verena Titze als Keynote-Speakerin bei. Als Alkoholikerin und Burnout-Patientin hat die frühere PR-Managerin den Neustart nur geschafft, weil sie beste professionelle Hilfe bekommen habe, beschrieb sie.

Zur Ausstellungseröffnung waren viele hochrangige Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gekommen. Neben Mikl-Leitner und Kasser nahmen auch Gesundheitslandesrätin Eva Prischl (SPÖ) und mehrere Landtags- und Nationalratsabgeordnete teil. So wie Nationalratspräsident a.D. Wolfgang Sobotka, Diözesanbischof Alois Schwarz, zahlreiche Bank- und Versicherungsdirektoren, darunter Raiffeisen-Generalanwalt Erwin Hameseder

Eröffnungswochenende

Das am Freitag gestartete Eröffnungswochenende wird am Samstag mit einem Fest der Region ab 11.30 Uhr im Festzelt fortgesetzt. Es präsentieren sich die touristischen Regionspartner der Landesschau, dazu kommen musikalische Grüße aus den Regionen. Ebenfalls bei freiem Eintritt steigt am Sonntag ein Radio-Frühschoppen mit dem Musikverein Mauer-Öhling.

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