Chronik | Niederösterreich
04.04.2018

Lärm und Drogendeals: Brucker Hauptplatz wurde zur Schutzzone

Die Polizei kann nun Jugendliche, die im Park vor der Volksschule herumlungern, wegweisen.

Trinkende Teenager im Park vor der Volksschule, Funde von Drogenutensilien am öffentlichen WC im Rathaus, Lärmbelästigung und Vandalismus – am Hauptplatz in Bruck/Leitha sorgen Jugendliche seit vielen Jahren für Beschwerden. Zuletzt hätte sich die Lage verschlimmert, erklärt Bürgermeister Richard Hemmer. Seit Mittwoch ist seitens der Bezirkshauptmannschaft eine Schutzzone über den gesamten Platz – konkret im Umkreis von 150 Metern rund um die Volksschule – verhängt worden. Damit, sagt Hemmer, sollen die Kinder und Jugendlichen bei Schule und Bushaltestelle geschützt werden. „Der Hauptplatz ist ein soziales Zentrum und sollte Ort der Begegnung für alle sein“, erklärt er.

Beim KURIER-Lokalaugenschein Mittwochmittag ist es noch ruhig. Von den etwa 25 bis 30 Jugendlichen aus Bruck und Umgebung, die sich laut Polizei in unterschiedlicher Zusammensetzung immer wieder im Park und bei den Haltestellen treffen, keine Spur. „Es gab Anrainerbeschwerden, dass Jugendliche herumlungern. Das WC haben sie unter Wasser gesetzt oder gedealt. Das Problem ist, dass gleich die Volksschule gegenüber ist“, berichtet Manfred Pulec, Kommandant der Polizeiinspektion Bruck/Leitha. Dazu kämen junge Leute, die ihre neuen aufgemotzten Autos am Hauptplatz „testen“ würden. Schon bisher habe die Polizei die Teenager immer wieder kontrolliert. Nun hätte man aber ein Instrument zur Hand, mit dem man Leute auch vom Platz wegweisen könne. „Das ist der große Vorteil“, sagt Pulec.

Verlagerung

Der Nachteil: Das Problem könnte sich verlagern. Das zumindest befürchten Johanna T. und Sabine W., die vor der Volksschule auf ihre Kinder warten. Die Jugendlichen könnten in den nahen Harrachpark ausweichen, meinen sie. Positiver sieht die Schutzzone Gottfried Lehner.

„Ich befürworte sie. Der Hauptplatz ist eine Ruhezone.“ Auch Simona Janicek findet die Maßnahme richtig. Mitunter hätte sie sich bei den vielen Jugendlichen im Park unwohl gefühlt.

Vorbild waren Städte wie Wiener Neustadt, Mödling, St. Pölten oder Traiskirchen. Nach sechs Monaten könnte die Schutzzone verlängert werden.