Gasthaus „Zur schwarzen Res“ als Kommunikationszentrum

© KURIER/Gilbert Weisbier

Waldviertel
07/19/2015

Kulinarische Auszeit

Schauspielerin Erni Mangold besucht am liebsten Landwirtshäuser ums Eck.

von Gilbert Weisbier

Wissen sie, die Leute in dieser Gegend sind wirklich nett", sagt Erni Mangold. Die heute 88-jährige Schauspielerlegende hat in den 1980er-Jahren ein Haus in St. Leonhard im Hornerwald, Bezirk Krems, bezogen und es zu einem Schmuckstück gemacht.

Hier lernt sie die Texte für ihre zahlreichen Rollen in Theater, Film und Fernsehen. Hier zieht sie auch ihr kompromissloses Training durch, das sie fit für die vielen Auftritte macht. "Zwei Mal pro Woche eineinhalb Stunden Krafttrainig mit Drei-Kilo-Hanteln, dazwischen täglich eine Stunde gehen, aber in flottem Tempo", zählt sie auf. Daneben hält sie den Garten in Schuss. "Ins Wirtshaus gehe ich selten – fast nur, wenn ich Besuch bekomme", stellt sie fest. Dann aber gibt es fixe Anlaufadressen. Eine ist das Gasthaus "Zur schwarzen Res", wo Mangold in die Küche stürmt. "In so einer bin ich im Gasthaus der Eltern aufgewachsen", schwärmt sie.

Heute führt Sylvia, die Enkelin der legendären Wirtin Res, das Gasthaus direkt an der Straße. "Die Res war außergewöhnlich und die Enkel kenne ich, seit sie im Kinderwagen lagen", erinnert sich Mangold. So stellt man sich ein Landwirtshaus vor: Die Einrichtung einfach, aber gemütlich. Ohne Karte, weil ohnehin alle wissen, was es gibt und was sie wollen. "Am Sonntag haben wir einen Zettel mit den Speisen", sagt Sylvia. Den großen Saal nutzen Feuerwehr oder Hochzeitsgesellschaften. Neben bodenständigem Essen, bei dem sie auf liebevolle Dekoration Wert legt, liebt Sylvia Süßes und beglückt Gäste mit selbst gemachten Torten. Berühmt sind auch die montäglichen Schnapser- und Tarock-Runden, die demnächst um einen Schach-Treff erweitert werden könnte.

Gemütlich

Wenn’s etwas feiner sein soll, dann ist der Mayerwirt das Ziel. "Hier komme ich oft mit Besuch her", erklärt Mangold. Eine jährliche Einladung für Kollegen hat beinahe schon Tradition. Da ist an schönen Tagen der gemütliche Gastgarten beliebt, in dessen Zentrum eine Sandkiste die kleinen Gäste begeistert. Die Gaststuben sind traditionell, aber mit elegantem Touch gestaltet.

Mit Wirt Christian, dessen Kochkünste Mangold sehr schätzt, matcht sie sich regelmäßig genüsslich in liebevoll-ruppiger Art. "Deine Birgit hat das Lokal erst schön gestaltet, musst froh sein, dass du sie hast, ohne sie war das nix geworden", häkelt sie den Chef. Der sie dafür zum Abschied wegen der neuen Designer-Sonnenbrille aufzieht. "Aber er kocht hervorragend, die Backhendln sind berühmt", lobt sie ihn dann doch. Dafür stört sich niemand daran, dass Mangold auch auf dem Gasthaustisch ihre private Trinkflasche stehen hat und regelmäßig einen Schluck nimmt. "Viel trinken ist wichtig", stellt sie fest. Dann fällt ihr ein: "Das Gasthaus Staar ist ja auch fein, ein echtes Jugendstilgasthaus und die Mädchen machen ihre Sache gut. Aber alle bringen wir nicht unter", schmunzelt Mangold mit Jungmädchenzwinkern.

Bei Fragen zu ihrer Person antwortet sie meist: "Tausend Mal muss ich alles erzählen. Sie haben mein Buch nicht gelesen, lesen Sie mein Buch", befiehlt sie in einem Ton, der streng klingen soll, aber Herzenswärme verbreitet. "Lassen sie mich in Ruhe", lautet der Titel des Buches, das schon viele Menschen begeistert hat.

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