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Chronik | Niederösterreich
01/18/2019

Kulinarik: Meerestiere frisch aus dem Mostviertel

Nachhaltige, regionale Garnelenzucht in Melk aus Liebe zur Umwelt und zum Geschmack.

Peter Plutsch liebt Garnelen und er liebt die Umwelt. Weil er beides liebt, hat er gemeinsam mit seiner Frau Susanne die Vision entwickelt, eine Garnelenfarm in Melk aufzubauen. „Es ist ein Crowdfunding-Projekt und wir suchen momentan Investoren, um das Ganze umzusetzen. Wir wollen noch heuer baulich beginnen“, erzählt Peter Plutsch. Im Sommer wurde der erste Versuch, Garnelen in Salzwasserbecken zu züchten, erfolgreich abgeschlossen. „Wir haben Larven der White-Tiger-Garnelen aus Florida einfliegen lassen. Da sieht man nur zwei kleine Punkte bei diesen Postlarven. Die natürliche Aufzucht, ganz ohne Chemie, dauert in etwa sechs Monate“, erklärt der 49-Jährige. Bei einem Fest im Sommer ließ das Ehepaar Plutsch dann Spitzengastronomen die ersten Mostviertler Garnelen probieren – das Resultat: „Sie waren begeistert vom Geschmack und sich einig, dass sie noch nie so qualitativ hochwertige Garnelen verkocht und gegessen haben“, sagt Peter Plutsch nicht ohne Stolz. Denn genau das will man erreichen: Spitzenqualität, ohne die Umwelt durch Importe und zu belasten. „Ein Knackpunkt war definitiv Fukushima. Ich esse sehr gerne Fisch und Meeresbewohner, aber jetzt sind sie neben der Belastung durch Müll und Plastik auch noch verstrahlt, eine Alternative ist die eigene Zucht“, erklärt der Unternehmer.

Frisch auf den Teller

Die Nachfrage ist da, da ist er sich sicher. Denn so etwas existiert nicht in Österreich, nur in Deutschland gibt es eine Farm. Die Garnelen sollen absolut frisch, ohne tiefgekühlt zu werden, zu den Gastronomen oder direkt zum Konsumenten geliefert werden. „In der Früh werden sie abgefischt und mittags haben sie sie dann am Teller, besser geht es nicht“, erläutert er seine Vision. In Melk habe man den optimalen Standort gefunden, erzählt Peter Plutsch. Für die Produktion der Garnelen soll eine Garnelenfarm, ein Betrieb mit 2000 Quadratmetern nahe der Autobahn-Anschlussstelle, errichtet werden. Ein Gesamtinvestitionsvolumen von 3,6 Millionen Euro ist projektiert. Zunächst sollen zwischen vier und zehn Mitarbeiter beschäftigt werden. „Für die Umsetzung brauchen wir jetzt noch ein paar Leute, die an die Idee glauben“, betont Peter Plutsch.