Chronik | Niederösterreich
29.11.2016

"Kriegserinnerungen werden wach"

Polizei, Neusiedl am See © Bild: KURIER

Schock herrscht nach dem Brandanschlag auf ein Asylheim. Es gibt eine erste Spur.

"Die Menschen haben Angst", sagt Nicola Kokeisl-Sack. "Bei vielen werden jetzt die Erinnerungen an den Krieg wieder wach."

Nicola Kokeisl-Sack © Bild: /Grüne Himberg
Der Brandanschlag auf ein Flüchtlingsheim in Himberg im Bezirk Wien-Umgebung in der Nacht auf vergangenen Sonntag hat Asylwerber und auch die vielen Helfer verängstigt. "Natürlich gab es anfangs auch Kritik an dem Heim, aber mittlerweile sind viele Bürger den Flüchtlingen gegenüber positiv eingestellt", betont Kokeisl-Sack, die für die Arbeitsgemeinschaft " Himberg hilft" aktiv ist. Die Mitglieder sammeln seit Monaten Spenden und helfen mit, wenn die Kinder Deutsch-Übungen erledigen müssen.

Jetzt fragen sich alle, wer hinter dem Brandanschlag auf die Einrichtung stecken könnte, in der derzeit rund 100 Menschen untergebracht sind: Wie berichtet, hatten Unbekannten zwei Bierflaschen mit brennbarer Flüssigkeit an die Außenmauer des Hauses gestellt und diese angezündet. Zum Glück entstand nur geringer Sachschaden, Menschen wurden nicht verletzt.

Befragungen

Mittlerweile hat das Landesamt für Verfassungsschutz die Ermittlungen übernommen. KURIER-Informationen wonach Zeugen zum Tatzeitpunkt Personen vor der Einrichtung gesehen haben wollen, die in arabischer Sprache miteinander kommuniziert haben sollen, wollte man nicht bestätigen. "Es steht derzeit nicht fest, ob der Brandanschlag etwas mit der linken oder rechten Szene zu tun hat. Klar ist aber, dass wir auch die Bewohnern des Hauses befragen werden", betont Polizeisprecher Johann Baumschlager, der von "ersten Ermittlungsansätzen" spricht.

Erschüttert über die Vorkommnisse zeigt sich auch Christian Kogler. Er ist Geschäftsführer der SLC-Asylcare GmbH, die rund 100 Quartiere mit 2000 Asylwerbern betreut. "Es ist schon vorgekommen, dass Einrichtungen beschmiert oder Eier bei den Fenstern hineingeworfen wurden, aber einen Brandanschlag hatten wir zum Glück noch nie."