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Chronik Niederösterreich Krems
05/28/2021

Prozess um Home Invasion in NÖ: Drei Schuldsprüche

52-Jähriger soll Ex-Mithäftling zu Überfall angestiftet haben und erhielt nicht rechtskräftig Höchststrafe von 15 Jahren.

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Knapp zwei Jahre nach einer Home Invasion in Gänserndorf ist am Freitag in Krems ein Prozess rund um die Gewalttat vom 18. Juli 2019 über die Bühne gegangen. Die Höchststrafe von 15 Jahren - nicht rechtskräftig - fasste ein 52-Jähriger aus, der einen ehemaligen Mithäftling in der Justizanstalt Krems zu dem Überfall angestiftet haben soll. Haftstrafen setzte es auch für eine 26-Jährige und einen 27-Jährigen, die erbeutete Wertgegenstände gelagert bzw. verkauft haben sollen.

Das Verfahren endete nach Gerichtsangaben mit anklagekonformen Schuldsprüchen. Beim 52-Jährigen wurde wegen Bestimmung zum Raub der Strafrahmen voll ausgeschöpft. Er meldete volle Berufung an. Die beiden weiteren Angeklagten wurden wegen Hehlerei schuldig gesprochen, ihre Urteile sind bereits rechtskräftig. Die 26-Jährige erhielt zwei Jahre - davon acht Monate unbedingt - und der 27-Jährige drei Jahre Freiheitsstrafe.

Beteiligung an Beute

Relativ verworren präsentierte sich die Geschichte im Hintergrund. Der 52-Jährige war selbst am 23. September 2018 ins Haus einer nunmehr 64-Jährigen in Gänserndorf eingedrungen und hatte dort Beute im Wert von mindestens 700.000 Euro gemacht. Für den Coup wurde er vom Landesgericht Korneuburg rechtskräftig zu elf Jahren Haft verurteilt.

Gelandet ist der Beschuldigte in der Justizanstalt Krems, wo er mit seinem 34-jährigen Mithäftling im Rahmen vieler intensiver Gespräche grundlegende und detaillierte Informationen über die 64-Jährige und die Gegebenheiten in deren Wohnhaus geteilt haben soll. Als Belohnung für einen weiteren Coup soll der Angeklagte dem 34-Jährigen eine Beteiligung an der Beute versprochen haben.

Tatsächlich verübte der so eindringlich Unterwiesene einige Zeit später - während eines Haftausgangs - die Home Invasion in Gänserndorf. Von der 64-Jährigen forderte er dabei u.a. eine Tresoröffnung ein. Schmuck und Bargeld im Gesamtwert von 321.000 Euro eignete sich der Kriminelle an. Die juristische Konsequenz für die Tat waren neuneinhalb Jahre Haft.

Verdeckte Ermittlerin

Lange Zeit unbekannt war, wo sich der erbeutete Schmuck befindet. Im Juni des Vorjahres zeigte die 64-Jährige dann an, dass diverse aus ihrem Wohnhaus geraubte Wertgegenstände im Internet verkauft werden.

Diese Meldung brachte Schwung in den Fall. Zunächst wurde am 27. Juli 2020 ein 27-jähriger Wiener festgenommen. Der Mann soll Wertsachen an eine verdeckte Ermittlerin verkauft haben und unmittelbar vor einem weiteren Deal gestanden sein. Bei einer Hausdurchsuchung wurden zahlreiche von den beiden Home Invasions stammende Gegenstände sichergestellt.

Bei der Befragung kam ans Licht, dass der Wiener Geschmeide und einen Verkaufsauftrag von der ebenfalls angeklagten 26-Jährigen erhalten hatte. Auch für sie klickten die Handschellen. Die Frau erwies sich in der Folge als klassisches Bindeglied in dem Fall. Sie stand zu beiden rechtskräftig verurteilten Räubern in einem Bekanntschaftsverhältnis und hatte bei den Home Invasions ergatterten Schmuck zur Aufbewahrung bzw. Veräußerung erhalten. Der Gesamtwert der in der Wohnung der 26-Jährigen versteckten Wertsachen belief sich laut Gericht auf mehr als 1,194 Millionen Euro.

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