Kundgebung im Corona-Modus in der Kremser Innenstadt

© Fabiola Noll

Chronik Niederösterreich Krems
05/15/2021

Haus-Abriss in Krems: Klimaaktivisten verstärken Widerstand

Im März wurden schon 1.435 Unterschriften gesammelt. Nun soll „Klimabildung“ Aufmerksamkeit auf negative Öko-Bilanz richten.

von Fabiola Noll

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Vor rund einem halben Jahr wurde die Öffentlichkeit von der Eigentümerin SK Immobilien, einer Tochterfirma der Kremser Bank, informiert, dass ihr Haus in der Kremser Innenstadt für die Errichtung von Luxus-Wohnungen, eines Hotels und einer Tiefgarage abgerissen werden soll. Seither gehen die Wogen hoch. Es liegt am Magistrat der Stadt Krems den Bescheid über ein öffentlichen Interesses an dem Vorhaben auszustellen - oder eben nicht.

Starker Gegenwind seitens der Bevölkerung

Bei einer Protestaktion am Freitag äußerte die Kremser Fridays for Future-Bewegung erneut ihren Unmut über das Bauvorhaben. „Ein Abriss bringt nur im allerseltensten Fall eine bessere Klimabilanz“, sagt die Klimaaktivistin Marlene Nutz und ergänzt: „Der Prozess läuft intransparent ab, auch durch direktes Nachfragen konnten wir bisher nur einen Bruchteil der Informationen einholen, die eigentlich die Öffentlichkeit betreffen”. Weder eine Klimabilanzberechnung noch eine Parkanalyse sei durchgeführt worden, viel mehr wisse man nicht.

Nicht nur die junge Klimabewegung positioniert sich klar gegen das Bauvorhaben. 1.435 Menschen unterschrieben bis Anfang März die Petition. Und es werden mehr. „Wir merken einen starken Rückenwind aus der Bevölkerung“, so Nutz. Auch Architects for Future sprechen sich ganz klar für eine kritische Hinterfragung des Abrisses aus.

Mittels Plakaten und Informationsblättern wollen die Aktivistinnen und Aktivisten die Aufmerksamkeit der Stadt erlangen.

Renovieren sei besser für das Klima als neubauen.

Fridays for Future Krems fordert die Berücksichtigung des Klimas.

"Krems verspricht" bezieht sich auf das Stadtentwicklungskonzept "Krems 2030".

Forderung nach Klimabilanz, Parkanalyse und Transparenz

„Das Argument, dass ein heutzutage bestehendes Gebäude aufgrund von Techniken zur Wärmedämmung energieeffizienter sei, zählt nicht. Denn die so ‚eingesparte‘ Energie kann die durch das Abriss-Neubau-Vorgehen verlorengegangene Energie nicht mehr einholen, wie Berechnungen deutlich zeigen“, heißt es in einer Aussendung von Fridays for Future Krems. Das Projekt sei ein enormer Verlust und Neuverbrauch an Energie, Emissionen und Ressourcen. Das Haus sei noch lange nicht Abriss-bedürftig und mit dem Bau von Luxus-Wohnungen würde leistbarer Wohnraum in Krems Innenstadt verloren gehen.

Zudem kritisieren die Unterstützer der Petition die geplante Tiefgarage. „Aktuelle Verkehrsplanung bestätigt, dass zukunftsträchtiges Verkehrsmanagement in alternativen Verkehrsmitteln liegt, und sicher nicht im Ausbau des motorisierten Individualverkehrs in der Innenstadt durch die Errichtung einer weiteren Tiefgarage“, so die Bewegung.

Bei der Aktion wollten die Aktivisten mittels Infostand die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit erregen sowie den Menschen die Dringlichkeit dieser Thematik vor Augen führen. „Wir arbeiten transparent und dieses Vorgehen erwarten wir uns auch von den Behörden“, so Nutz.

"Keine politische sondern behördliche Entscheidung"

Auch der Umweltstadtrat Albert Kiesling (SPÖ) unterstützt die Initiative gegen den Abriss. Das Projekt betrifft ihn sogar persönlich, denn er ist Mieter in dem Haus. Ihm seien allerdings die Hände gebunden, da es sich hier um ein behördliches Anliegen handelt. „Wir wissen, dass das keine politische Entscheidung ist, aber die Parteien und besonders der Bürgermeister hätte trotzdem Einfluss, wenn er öffentlich eine Klimabilanzprüfung fordert“, so die Aktivistin Nutz. Bisher sicherten nur die Grünen und die KLS (Kommuinisten) ihre Unterstützung zu.

“Wenn die Stadt Krems das öffentliche Interesse für das geplante Vorhaben beschließt, dann bricht sie die Ziele, die sie sich selbst gesetzt hat”, sagt Klimaaktivist Max Nutz und verweist auf das Stadtentwicklungskonzept „Krems 2030. Es würde weiterhin Widerstand geben.

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