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Chronik Niederösterreich Krems
04/17/2021

Kremser Gewichtheberin: "Das große Ziel ist Olympia"

Kraft zeigt die Spitzensportlerin Sarah Fischer bei Wettkämpfen, aber auch im Alltag.

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Der Wecker läutet um 9 Uhr, dann geht es an die Gewichte. Nach dem Kochen und Essen mit der Familie zu Mittag wird entspannt. In der abendlichen Trainingseinheit geht es dann wieder aufs Ganze. Mit diesem Alltag hat es Sarah Fischer, die stärkste Frau Österreichs, zur EM im Gewichtheben geschafft.

Die 20-Jährige aus Rohrendorf (Bezirk Krems) trainiert neunmal pro Woche. Eine Pause legt sie nur sonntags ein. Das Gewichtheben sei eben ein Vollzeitjob. Arbeit sei es jedoch nicht: „Es macht mir Spaß und das muss es auch, denn sonst zieht man das nicht durch.“ Das Training macht sich sichtbar bezahlt. Bei ihren Bestleistungen riss sie 105 Kilogramm und stieß 132.

Das vergangene Jahr brachte jedoch nie dagewesene Herausforderungen mit sich. Wettkämpfe wurden immer wieder verschoben, zu Beginn der Pandemie oft auch sehr kurzfristig. „Das ganze Auf und Ab bei der Motivation hat viel Substanz gekostet.“

Vater als Trainer

Auch für ihren Trainer „alias Papa“ - Ewald Fischer - sei es unter der Ungewissheit keine einfache Aufgabe einen Trainingsplan zu erstellen und die Sportlerin ständig aufs Neue zu motivieren. Dass Sarah von ihrem Vater trainiert wird, sieht sie als Vorteil: „Er sieht mich den ganzen Tag und dadurch kann er einen auch bei den Mahlzeiten oder bei anderen Dingen unterstützen“. Dass er immer alles im Auge hat, sei aber manchmal auch ein Nachteil, sagt Fischer mit einem Augenzwinkern.

Nach der Absage von Olympia kam eine Auszeit. Erstmals seit 2014 ließ Fischer das Training drei Wochen ausfallen: „Das habe ich gebraucht, um wieder Kraft zu tanken.“ Danach fasste sie neue Motivation und trainierte sogar bei geschlossenen Sporthallen – zu Hause im Stadl.

Vergangenen Samstag kämpfte sich die Rohrendorferin bei der Europameisterschaft in Moskau mit 99 Kilo im Reißen auf den neunten Platz, mit 123 Kilo im Stoßen und 222 Kilo im Zweikampf jeweils auf den siebenten. Mit dem Ergebnis sei sie zufrieden, denn neben der Pandemie brachte dieses Jahr weitere Rückschläge. Doch auch hier zeigt sie Stärke. Ein Autounfall und der Tod ihres Großvaters setzten ihr zu.

Er sei von Anfang an bei den Trainings und Wettkämpfen eine Motivationsquelle gewesen, erzählt Fischer. In Gedanken wird er aber weiterhin dabei sein. „Alles, was jetzt noch kommt, ist für Opa.“

Die Pläne der Sportlerin sind klar: „Das große Ziel ist Olympia.“ Den nächsten Meilenstein auf diesem Weg steuert sie bereits an. Im Mai nimmt sie in Usbekistan an ihrer letzten Wettkampf-Qualifikation für die Olympischen Spiele in Tokio teil.

Von Verena Huber

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