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Chronik Niederösterreich Krems
04/06/2021

Kremser Bürgermeister mit Gedenk-Rede zu "Massaker von Stein"

Jährlich wird in Krems einem der schlimmsten Massaker, das zu Kriegsende stattgefunden hat, gedacht.

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Mehr als 400 Menschen wurden im April 1945 in der Strafanstalt Stein ermordet. Es war eines der größten Massaker, das zu Kriegsende stattgefunden hat. Die Stadt Krems hat heuer aufgrund der Pandemie die Gedenkfeier virtuell abgehalten.

Am 6. April 1945 hatte der Direktor der Strafanstalt Stein Häftlinge wegen des nahenden Kriegsendes entlassen. Doch die Entlassung wurde von einem Teil der Aufseher als Häftlingsrevolte denunziert. SS, SA und Wehrmachten ermordeten in der Folge 386 Häftlinge – in der Anstalt und danach in der Umgebung.

Abermals Tote

Unter den Wachebeamten gab es sowohl Täter als auch Opfer. Der Direktor der Anstalt gehörte zu den Opfern. Die NS-Vernichtungswut fand am 15. April ihre Fortsetzung: 44 Widerstandskämpfer, die zum Tode verurteilt waren, aber in Wien nicht hingerichtet werden konnten, wurden nach ihrem Fußweg nach Stein in der Strafanstalt hingerichtet.

Die Gedenkveranstaltung kann heuer nicht wie üblich stattfinden. Daher wendete sich der Kremser Bürgermeister Reinhard Resch mit einer Videobotschaft an die Öffentlichkeit. Er spricht von einem der dunkelsten Kapitel der Stadt: "'Niemals vergessen' ist auf den Mahnmalen zu lesen. Die Opfer sind nicht anonym. Sie haben Namen und Gesichter. So wie die Täter. Die Opfer haben ein Recht auf Erinnerung", so Resch in seiner Rede.

Feindbilder

Wir würden in Österreich in einer wohlhabenden Demokratie leben. Freiheit, Menschlichkeit, Toleranz und Selbstbestimmung seien jedoch nur scheinbar selbstverständlich. Auch in Zeiten der Pandemie würden Feindbilder gepflegt und Unsicherheit verstärkt werden. Resch appelliert, dass man für eine Haltung, für den Frieden, für Sicherheit und Freiheit einsteht.

"Das erfordert sehr oft Mut", so Resch abschließend.

Im Folgenden sehen Sie das gesamte Video mit der Rede zum Gedenken:

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