© Teresa Sturm

Chronik Niederösterreich Krems
04/03/2021

Covid-Intensivpatient: "Da ist jeden Tag einer an Corona gestorben"

Ein Covid-19-Intensivpatient teilt seine Erfahrungen aus dem Krankenhaus.

von Teresa Sturm, Patrick Wammerl

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Müde sitzt das Ehepaar Goriup in der Küche, endlich wieder mit dem Enkel auf dem Schoss. Die beiden haben eine Odyssee hinter sich und sind erst am Vortag von einem vierwöchigen Reha-Aufenthalt zurückgekommen. Sie haben sich im Herbst mit dem Virus infiziert und sind immer noch gezeichnet.

„Mittlerweile bin ich zu 80 Prozent wieder hergestellt“, sagt Armin Goriup, der mit seiner Frau in Furth bei Göttweig in Niederösterreich lebt. Wie die ganze Geschichte begann, könne sie jedoch besser erzählen: „Denn vieles habe ich nicht mehr mitbekommen.“

Atemnot

Renate Goriup erinnert sich an den 19. November. Da musste sie ihren Mann von seiner Firma abholen: „Er hatte alle Symptome.“ Sie wurden positiv auf das Virus getestet. Während Armin Goriup sich eine Woche wie bei einer heftigen Grippe fühlte, wurde es danach innerhalb nur weniger Stunden schlimmer: „Er hatte plötzlich extreme Atemnot, sein Gesicht war gräulich.“

Im Spital verbrachte der 49-Jährige drei Wochen auf der Intensivstation im Zimmer mit drei weiteren Patienten: „Das war für mich das schlimmste Erlebnis, das ich in meinem ganzen Leben hatte. Da ist jeden Tag einer von den Herrschaften an Corona gestorben. Die sind im Sarg an mir vorbeigetragen worden.“

Psychisch belastend

Während Armin Goriup in der Intensivstation um sein Leben kämpfte, kämpfte seine Frau zu Hause mit der Situation, die ihr psychisch zusetzte. Weil Goriup insgesamt fünf Wochen im Spital war, wurden ihm und seiner Frau ein Aufenthalt im größten Rehabilitationszentrum für Corona-Patienten in Hochegg in Niederösterreich genehmigt.

Obwohl die 51-Jährige einen schwachen Verlauf hatte, war auch ihre Lungenfunktion beeinträchtigt. Psychologisch wurde sie ebenso betreut. Mittlerweile gehe es aber beiden deutlich besser.

Roland Winkler, ärztlicher Direktor des Reha-Zentrums, bestätigt die sehr langen Krankheitsverläufe, das sogenannte Long-Covid: „Ganz typisch sind da Angstzustände, Depressionen, Konzentrationsstörungen und Kopfschmerzen.“ Die Hälfte der Corona-Patienten auf Reha finden nur schwer in ihr altes Leben zurück. Auch deshalb appellieren die Goriups: „Man muss diese Krankheit ernstnehmen.“

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