© ARCHE NOAH / Rupert Pessl

Chronik Niederösterreich Krems
07/29/2021

Gefrierkammer soll Artenschutz in Schiltern verbessern

5.000 Sorten altes, seltenes und regional angepasstes Saatgut kann nun zukunftssicher in der Arche Noah aufbewahrt werden.

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Seit mehr als 30 Jahren setzt sich der gemeinnützige Verein "Arche Noah" in Schiltern bei Langenlois (Bezirk Krems) für die Erhaltung und Entwicklung der Kulturpflanzenvielfalt ein. Über die Jahre wurde ein Samenarchiv aufgebaut, dass über 5.500 verschiedene Sorten, darunter 800 Bohnen-, 600 Tomaten- und 150 Erbsensorten, beinhaltet. 

Alternative Lagerung für Saatgut notwendig

Für den regelmäßigen Anbau wurde das oft alte, seltene und regional angepasste Saatgut bisher in luftdichten Flaschen gelagert. In der Flaschenlagerung nehme die Keimfähigkeit und auch die Triebkraft jedoch nach drei bis vier Jahren stark ab, so der Verein in einer Aussendung. Nicht alle Sorten würden aber innerhalb von vier Jahren durch Anbau erneuert werden können.

Als alternative Lagerungsform ging nun vor Kurzem eine neuen Gefrierkammer in Betrieb, die 5.000 verschiedene Sorten fassen kann. Die Finanzierung konnte mit knapp 2.000 Unterstützerinnen und Unterstützer, unter denen sich auch Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Pernkopf (NÖ) befindet, ermöglicht werden.  

"Unsere Natur ist unser größter Schatz. Darum müssen wir gut auf sie aufpassen. Wir brauchen unsere letzten alten Sorten, denn sie sind ein wichtiger Bestandteil unserer natürlichen Vielfalt", betonte auch Klimaschutzministerin Leonore Gewessler, die zur Eröffnung der Gefrierkammer am Mittwoch selbst nach Schiltern gekommen war.

 „Darum arbeiten wir auf Bundesebene gerade an einer Biodiversitätsstrategie, die unsere heimische Natur und unsere Sortenvielfalt langfristig schützen und erhalten wird. Mit der neuen Gefrierkammer leistet Arche Noah dazu einen wichtigen Beitrag.“

Vielfalt für Ernährungssicherheit und Klimawandelanpassung

Wie wichtig die Rettung und Entwicklung der Kulturpflanzenvielfalt in Bezug auf die Ernährungssicherheit und Klimawandelanpassung ist, würden laut dem Verein auch Schätzungen der Welternährungsorganisation FAO zeigen. Global seien bereits 75 Prozent der Kulturpflanzenvielfalt verloren gegangen.

Arche Noah-Obfrau Christine Jasch appelliert vor diesem Hintergrund an die Politik: "Konkrete Ziele und Maßnahmen sind in der Biodiversitätsstrategie nötig – von der Rettung bis zur Verbreitung seltener Sorten. Zudem braucht es genügend Mittel, um die Koordination aller privaten und öffentlichen Samenarchive in Österreich sicherzustellen." Außerdem brauch es weiterhin ein Verbot von Patenten auf gentechnikfreie Pflanzen und Saatgut.

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