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Chronik Niederösterreich Krems
01/04/2021

Ehrenamt Feuerwehrmann: "Pager kann jederzeit Alarm schlagen"

Klemens Kremser ist für die Feuerwehr Krems eigentlich ständig im Dienst. Wieso ihn das Ehrenamt fasziniert, verriet er dem KURIER.

von Sophie Seeböck

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Fast schon sein halbes Leben ist Klemens Kremser bereits Teil der Freiwilligen Feuerwehr Krems. Vor 14 Jahren trat der damals 15-Jährige seinen ehrenamtlichen Dienst an.

In seiner bisherigen Karriere als Feuerwehrmann erlebte Kremser viele Einsätze mit, die negative wie auch positive Erinnerungen hinterließen. "Besonders jene Einsätze mit großen Schadenslagen oder tragischen Schicksalen bleiben einem natürlich in Erinnerung. Sei es ein Großbrand auf einem nahen Bauernhof oder die Suche nach einer vermissten Person, die leider nur noch tot gefunden werden konnte", erzählt der 29-Jährige. 

Auch Positives

Nach fordernden und für die Psyche anspruchsvollen Aufgaben helfe es ihm einerseits mit anderen Kameradinnen und Kameraden während einer Einsatznachbesprechung über das Erlebte zu sprechen und andererseits biete die Feuerwehr für solche Fälle auch geschultes Personal als Ansprechpersonen an. 

"Aber auch positive Erlebnisse bleiben einem in Erinnerung, zum Beispiel wie beim letzten größeren Hochwasser an der Donau plötzlich eine Gruppe von Menschen zu uns gekommen ist und uns beim Füllen und Verladen von Sandsäcken geholfen hat", so Kremser. 

 

Immer im Dienst

Egal ob bei Nacht oder am Wochenende, als Mitglied einer Freiwilligen Feuerwehr gibt es keine dienstfreie Zeit. Auch Feiertage wie Weihnachten oder Silvester bilden dabei keine Ausnahme. "Einmal mussten wir am 25. und 26. Dezember hintereinander zu Wohnungsbränden ausrücken und Personen in Sicherheit bringen", erzählt Klemens Kremser.

Die Frage, ob man an solchen speziellen Tagen ungern ausrücke, verneint er aber klar. "Als Mitglied einer freiwilligen Feuerwehr rechnet man damit, dass der Pager jederzeit Alarm schlagen kann und ich denke für die meisten Feuerwehrleute macht es dabei keinen Unterschied, ob es zu Weihnachten oder an einem anderen Tag im Jahr passiert."

Auch heuer war Kremser am Heiligen Abend im Einsatz, wenn auch anders als in den Jahren davor. Denn anstatt wie in den Vorjahren zu Bränden ausrücken zu müssen, unterstützten die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr am 24. Dezember die Corona-Testungen der Stadt. "Auch hier helfen wir natürlich gerne, um ein bisschen Normalität unter den Christbaum zu bringen", erklärt Kremser. 

Notrufdisponent

Seit mittlerweile vier Jahren ist Kremser nun auch Zugskommandant der Feuerwacher Krems-Egelsee. Vor allem die Kommunikation zwischen Mitgliedern und Führungsebene sowie die Aus-und Weiterbildung seiner Kolleginnen und Kollegen liege ihm am Herzen.

Auch er selbst bildet sich in seinem Ehrenamt weiter. Während Kremser seinen Zivildienst bei der Freiwilligen Feuerwehr Krems leistete, gewann er auch erste Einblicke in die Bezirksalarmzentrale der Stadt. "Ich war fasziniert, dass hier ebenfalls freiwillige Mitglieder sitzen und Notrufe entgegennehmen", erzählt er. Noch als Zivildiener begann Kremser dann die Ausbildung zum Disponenten und leistet momentan zirka zwei bis drei Mal pro Monat ehrenamtlich Nachtdienste in der Bezirksalarmzentrale in Krems.

Zwischen 18 und 6 Uhr nimmt Kremser Notrufe, welche über die Nummer 122 in die Alarmzentrale gelangen, entgegen und sorgt dafür, dass die Anrufer schnelle und kompetente Hilfe erhalten. "Die Anrufer befinden sich dabei meistens in einer Ausnahmesituation, was es umso wichtiger macht, mit ruhigem und professionellem Auftreten die Einsätze abzuarbeiten", sagt er. 

Faszination Feuerwehr

Zeitgleich mit dem Telefonat, verständigt er die zuständigen Feuerwehren und weitere Blaulichtorganisationen wie Rettung und Polizei. "Wir als Disponenten sind auch dafür zuständig, die Feuerwehren, welche sich gerade im Einsatz befinden, bestmöglich zu unterstützen und auftretende Probleme zu lösen." Vor allem die Vielseitigkeit der unterschiedlichen Aufgaben und Einsätze sowie die Herausforderung unter Stress zu funktionieren, fasziniere ihn an dieser ehrenamtlichen Tätigkeit. "Dafür nimmt man dann auch manchmal schlaflose Nächte in Kauf", so Kremser. 

Generell schätzt Klemens Kremser das Ehrenamt, egal ob bei der Feuerwehr oder anderen Organisationen. "Ohne die vielen ehrenamtlichen Mitglieder wäre das System der Freiwilligen Feuerwehr nicht machbar," so der 29-Jährige. "Mir gefällt dabei besonders gut, dass so viele unterschiedliche Charaktere und Persönlichkeiten in einer Organisation zusammenkommen die jedoch eines verbindet, nämlich die Faszination Feuerwehr."

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