Donau-Uni Krems forscht an ressourcenschonenden Elektromotoren

Donau-Uni Krems forscht an ressourcenschonenden Elektromotoren
In einem neuen Labor wird künftig gemeinsam mit Toyota an der Reduktion seltener Erden in Magneten gearbeitet.

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Elektro-Fahrzeuge werden oft als Zukunft der Mobilität gesehen. Doch so grün wie sie scheinen, sind sie oft nicht. Denn in den Motoren verbaute Hochleistungsmagnete sind auf seltene Erden wie Neodym und schwere Seltenerdeelemente wie Terbium und Dysprosium angewiesen.

Sollte wie vermutet die Nachfrage nach grüner Mobilität weiter steigen, kann es zu einem Versorgungsengpass dieser Elemente kommen. Dem will die Donau-Universität Krems nun gemeinsam mit der Toyota Motor Corporation entgegenwirken. 

Neues Labor 

Dafür wurde am 21. Dezember das neue Christian-Doppler-Forschungslabor am Department für integrierte Sensorsysteme in Wiener Neustadt eröffnet. Dort soll in den kommenden sieben Jahren das Materialdesign der Magnete optimiert werden. Möglich wird das durch Simulationsmodelle auf Supercomputern unter Einsatz von künstlicher Intelligenz. 

Grundsätzlich soll durch Simulationen erforscht werden, in welchen Regionen mehr seltene Erden aufgrund des Magnetisierungsprozesses eingesetzt werden müssen und in welchen weniger. „Die Methodik birgt zweifaches Optimierungspotenzial: Auf mikroskopischer Ebene werden chemische Zusammensetzung und Geometrie des Kern-Schale-Korns optimiert“, so Professor Thomas Schrefl.

Auf der Geräteebene würde die Materialoptimierung teure Materialien nur Stellen zuordnen, wo sie auch wirklich gebraucht werden. „Damit können seltene Erden stark reduziert werden.“

Donau-Uni Krems forscht an ressourcenschonenden Elektromotoren

Professor Thomas Schrefl ist Simulationsexperte

Zur Labor-Eröffnung gratulierte Wirtschafts- und Forschungsministerien Margarete Schramböck via Video-Botschaft: "Mit wissenschaftlicher Forschung auf höchstem Niveau wird dieses CD-Labor dazu beitragen, die Abhängigkeit von diesen Rohstoffen zu reduzieren. Die internationale Beteiligung zeigt einmal mehr die Stärke des Forschungsstandorts Österreich."

Das Ministerium ist der wichtigste Fördergeber dieser Einrichtungen, da Christian Doppler Labors generell von der öffentlichen Hand und den daran beteiligten Unternehmen finanziert werden. 

"Klimaschutz und Nachhaltigkeit sind uns heute und am Weg in die Zukunft wichtige Anliegen. Daher ist die Gründung des Christian-Dopplerlabors für Magnetdesign mit der Unterstützung vieler Partner ein wichtiger Schritt für die physikalische, weltweite Grundlagenforschung im Bereich der Mobilität", hob auch Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner das Potenzial der Forschung hervor.

 

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