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Kühle Ideen für heiße Tage: Ausstellung zeigt Visionen für Krems

Architekturstudierende zeigen, wie die Welterbestadt mit mehr Grün und Schatten auf immer heißere Sommer reagieren könnte.
Studentin zeigt einen Entwurf für grünere Stadtentwicklung in Krems.

Die Hitzewelle macht auch vor dem Steinernen Tor in Krems nicht halt. Temperaturen von mehr als 39 Grad Celsius zeigen, wie stark sich historische Städte inzwischen aufheizen. Versiegelte Flächen, dichte Bebauung und fehlendes Grün verstärken den Effekt zusätzlich. Wie Städte trotz Klimawandel lebenswerter werden können, zeigt derzeit eine internationale Ausstellung im Rathausfoyer.

Handlungsbedarf

Dass Handlungsbedarf besteht, hält auch das Örtliche Entwicklungskonzept Krems 2040 fest. Darin rechnet die Stadt, im Einklang mit den österreichweiten Klimaprognosen, mit einer Zunahme von Hitzetagen, Tropennächten und Extremwetterereignissen. Als Antworten nennt das Konzept unter anderem Entsiegelung, mehr Stadtgrün, nachhaltige Mobilität und die Umgestaltung öffentlicher Räume – genau jene Themen, die sich auch in den ausgestellten Entwürfen der Architekturstudierenden wiederfinden.

Für die Ausstellung „Wo sich Krems und die Donau begegnen“ entwickelten Studierende des New Jersey Institute of Technology (NJIT) aus den USA im Rahmen eines internationalen Workshops Visionen für eine grünere und hitzeresistentere UNESCO-Welterbestadt.

Wichtige Anregungen für Weiterentwicklung

Auf den Vorher-Nachher-Visualisierungen wird deutlich, wie weit manche Ideen reichen. So zeigt ein Entwurf den Bereich rund um den Bahnhof mit einer begrünten Fußgängerbrücke, die sich wie ein grünes Band über die Gleise spannt und verschiedene Bereiche miteinander verbindet. Ein anderer Entwurf sieht eine schwimmende Bühne auf der Donau vor, die den Fluss stärker in das Stadtleben einbindet. Auch für den Weg zwischen der Justizanstalt Stein und der Parkgarage Campus Krems ließen sich die Studierenden etwas einfallen: hölzerne Blumentöpfe sollen den Weg säumen und ausreichend Sitzmöglichkeiten bieten.

Entwurf für einen gepflasterten Platz.

Überdachte Sitzmöglichkeiten mit verstellbaren Lamellen sorgen für Schatten - je nach Jahreszeit angepasst.

Bürgermeister Peter Molnar (SPÖ) sieht in den internationalen Entwürfen wertvolle Impulse: „Die im Rahmen des Projekts entwickelten Ideen werden nicht in einer Schublade verschwinden. Sie fließen in unsere laufenden Entwicklungsprozesse ein und dienen bei künftigen Umsetzungen als wertvolle Inspiration.“

Das erste Mal in Europa

Besonders spannend sei bei diesem Projekt gewesen, dass die meisten Studierenden das erste Mal in Europa waren. „Sie haben Krems mit einer völlig neuen Perspektive betrachtet“, so der Bürgermeister. Konkrete Ideen aus der Ausstellung wolle man derzeit nicht umsetzen. „Das ist auch nicht der Anspruch. Die Ausstellung soll neue Blickwinkel eröffnen und Diskussionen anregen.“ Die Entwürfe werden in einer digitalen Publikation aufbereitet und der Bevölkerung zugänglich gemacht.

Gerade durch das Spannungsfeld zwischen historischem Erbe und dem Klimawandel, sei internationaler Austausch von großer Bedeutung, so Molnar. Gernot Riether, Chair der New Jersey School of Architecture am NJIT Leiter des Workshops, betont: „Wir müssen Städte mutig weiterentwickeln. Klimaanpassung bietet die Chance, lebenswertere öffentliche Räume zu schaffen.“ Gute Stadtplanung sei dabei, die Geschichte zu respektieren und gleichzeitig den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen.

Die Ausstellung ist noch bis Ende August im Rathausfoyer der Stadt Krems zu sehen. Sie hat von Montag bis Donnerstag 8 bis 16 Uhr und am Freitag von 8 bis 12 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

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