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Ausbau der Tullnerfelder Bahn: Kritik am späten Baustart

Die ÖBB beginnen mit den Vorarbeiten für den Ausbau zwischen St. Pölten und Herzogenburg. Pendler brauchen aber noch Geduld.
ÖBB-Zug an einem Bahnsteig, daneben wartet eine Person mit Gepäck.

Für den bis Ende 2036 vorgesehenen zweigleisigen Ausbau der Tullnerfelder Bahn zwischen St. Pölten und Herzogenburg beginnen die Planungen. Gestartet werden umfangreiche Grundlagenerhebungen für das Umweltverträglichkeitsprüfungsverfahren, teilten nun die ÖBB mit. Teil des Projekts ist auch die Auflassung von Eisenbahnkreuzungen und Ersatz durch Unterführungen sowie ein umfassender Hochwasserschutz.

Züge künftig mit 160 km/h unterwegs

Derzeit komme der rund acht Kilometer lange Abschnitt an seine Kapazitätsgrenze, hieß es. Umgesetzt wird das Projekt in Kooperation mit der Stadt St. Pölten, der Stadtgemeinde Herzogenburg und dem Land Niederösterreich. Die Bahnhöfe Unterradlberg, Viehofen und St. Pölten Traisenpark werden attraktiviert und barrierefrei gestaltet. 

Die Zugkreuzungen Weichselbaumstraße und Gorbachgasse in Unter- und Oberradlberg werden aufgelassen und durch eine Unterführung im Zuge der Weichselbaumstraße ersetzt. Im Bereich der Gorbachgasse wird eine Querungsmöglichkeit für Fußgänger und Radfahrer geschaffen. Entstehen soll ein bahnbegleitender Geh- und Radweg. Nach dem Ausbau sollen Züge mit 160 statt wie bisher 120 km/h fahren können.

Ausbau startet frühestens 2031

Ab voraussichtlich 2028 sollen Eisenbahnkreuzungen aufgelassen, Unterführungen und der Hochwasserschutz errichtet werden. Ab Mitte 2029 sollen die Unterführungen befahrbar sein. Der zweigleisige Ausbau soll - vorbehaltlich der positiv abgeschlossenen Genehmigungsverfahren - frühestens 2031 starten, die Inbetriebnahme ist für Ende 2036 geplant.

Der für Verkehr zuständige Landeshauptfrau-Stellvertreter Udo Landbauer (FPÖ) ortete in einer Aussendung ein „wichtiges Signal für unsere Pendler“ und einen „Qualitätsschub für den Nahverkehr im Zentralraum“. Der seit vielen Jahren geforderte zweigleisige Ausbau bis nach Krems sei „dringend notwendig“ - die Umsetzung bis nach Herzogenburg sei dabei „ein wichtiger erster Schritt“, sagte St. Pöltens Bürgermeister Matthias Stadler (SPÖ). „Aufgrund der Dringlichkeit des Vorhabens für die Hauptstadtregion fordern wir als Stadt auch weiterhin die Vorziehung des zweigleisigen Ausbaus und dass keine Haltstellen im Stadtgebiet aufgelassen werden.“

VPNÖ-Verkehrssprecher und Vizebürgermeister von St. Pölten Florian Krumböck sah ebenfalls einen „wichtigen ersten Schritt“, forderte aber in einer der APA übermittelten Stellungnahme mehr Tempo: „Der geplante Baustart ist aus meiner Sicht zu spät.“ Er werde sich daher „im Verkehrsministerium für eine raschere Umsetzung einsetzen“.

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