Chronik | Niederösterreich
03.12.2018

Wolkersdorf: Kosten für Volksschule verdreifacht

20 statt sieben Millionen: Nach Einsturz einer Mauer kritisiert die Opposition zu hohe Umbaukosten.

Der Wahlkampf in Wolkersdorf (Bezirk Mistelbach) beginnt früher als gedacht. Der Anlass ist allerdings ein gefährlicher. Bei den Umbauarbeiten in der Volksschule stürzte vergangenen Freitag nach Schulschluss ein Teil einer Mauer ein. Der Vorfall ereignete sich in einer Garderobe; verletzt wurde niemand.

 

Den Grund für den Einsturz kennt Michael Gadinger (Liste MIT:uns), Vorsitzender des Bauausschusses im aufgelösten Gemeinderat: „Bei Schalungsarbeiten drückte Beton gegen die Wand. Durch den Druck gab die Mauer nach und stürzte teilweise ein.“ Was Gadinger kritisiert, ist, dass es seitens der Bürgermeisterin Anna Steindl (ÖVP) keine umgehenden Informationen für die Eltern gegeben habe: „Im Gegenteil. Der Opposition wurde sogar mit rechtlichen Schritten gedroht, falls Informationen über den Einsturz nach außen dringen. Manche Eltern wollten ihre Kinder am Montag nicht in die Schule schicken.“

Späte Information

Über die Homepage der Stadtgemeinde (www.wolkersdorf.at) wurde erst im Laufe des Wochenendes über den Vorfall berichtet. Und Steindl versichert: „Die Mauer wurde wieder aufgestellt und die Sicherheitsfreigabe wurde durch die Behörde erteilt.“ Um die Eltern zu beruhigen, wird es beim Elternabend am Dienstag einen eigenen Infostand zu den Bauarbeiten gehen.

Im Zuge der Aufregung, unter anderem in den sozialen Medien, kam auch das Thema Baukosten wieder auf. In der mittelfristigen Budgetplanung waren 7,2 Millionen Euro veranschlagt. „Ein Platzhalter ohne Grundlage; da hatten wir noch keinen Preis“, sagt Steindl.

Nach Abschluss des Architektenwettbewerbes wurden die Kosten auf rund 17,6 Millionen Euro beziffert. Laut Bürgermeisterin Steindl liege man noch im Rahmen der üblichen zehn Prozent Steigerung bei solchen Projekten: „Und das trotz der Teuerungen im vergangenen Jahr.“

Bauausschuss-Chef Gadinger sieht das anders. Er errechnete, dass die Kosten bereits jetzt die veranschlagte Summe weit übersteigen: „Mittlerweile sind wir bei mehr als 20 Millionen Euro. Der Bau dauert aber noch bis 2020. Ich bin skeptisch, dass die aktuelle Rechnung hält.“

Auch wenn Gadinger seine Rechnung in der letzten Gemeinderatssitzung vorgetragen hat, kann sich Steindl keinen Reim darauf machen: „Wie Herr Gadinger auf mehr als 20 Millionen Euro kommt, kann ich nicht nachvollziehen. Wir sind noch immer im Kostenplan.“