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Mehr Kooperationen zwischen Kliniken in der Thermenregion

Spezialisierungen zu einzelnen Fachbereichen in den Krankenhäusern Wiener Neustadt, Neunkirchen, Baden und Mödling.
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Möglichst wohnortnahe Versorgung im Krankheitsfall ist für viele Patienten das zentrale Anliegen. Dies wolle man in den niederösterreichischen Kliniken auch sicherstellen, versichert der zuständige Landesrat Antoni Kasser (ÖVP). Die zunehmende Spezialisierung der Medizin mache es aber unmöglich, alle Therapien in allen Kliniken anzubieten.

Kooperationen zwischen mehreren Häusern seien daher das Gebot der Stunde, betonte am Mittwoch auch Elisabeth Bräutigam, Vorständin der Landesgesundheitsagentur: „Wir müssen in Regionen denken, nicht in einzelnen Kirchtürmen.“ Im Krankenhaus Baden präsentierte man ein Musterbeispiel einer solchen klinikübergreifenden Zusammenarbeit: die onkologische Abteilung, die an den Standorten Baden und Wiener Neustadt etabliert wurde.

Unter der Leitung von Abteilungsvorständin Birgit Grünberger sei seit Jahresbeginn eine neue Struktur aufgebaut worden - mit täglichen Teambesprechungen zu aktuellen Fällen und Einführung eines „Tumorboards“. Grünberger: „Die Stärke dieses Modells liegt darin, dass wir nicht als zwei getrennte Abteilungen arbeiten, sondern als ein gemeinsames onkologisches Team mit gebündelter Expertise.“

Wiener Neustadt im Zentrum

Aufgrund der steigenden Lebenserwartung nimmt die Zahl der Krebserkrankungen zu. Niederösterreich setze auf ein gemeinsames Tumornetzwerk, an das alle Klinikstandorte angebunden sind. „Es ermöglicht standortübergreifend eine hochwertige onkologische Behandlung“, erklärte Bräutigam.

Das Universitätsklinikum Wiener Neustadt nehme in der medizinischen Betreuung der Thermenregion eine zentrale Rolle ein, so Kasser. „Es wird noch enger mit dem Klinikstandort Hochegg zusammenarbeiten. Auf diese Weise wird spezielles medizinisches Wissen vereint, etwa durch die Bündelung der Pulmologie in Wiener Neustadt. In Hochegg bleibt das Zentrum für neurologische Frührehabilitation.“

Zweiter Roboter im Operationssaal

Auch in Baden und Mödling sollen Behandlungen spezialisiert werden. Neben der onkologischen Versorgung betreffe dies Gefäßchirurgie, Neurologie und Urologie. Die Behandlung der Erkrankungen des Gefäßsystems soll ausgebaut werden: am Standort Baden entsteht eine Gefäßchirurgie. Die Abteilung für Neurologie wird vergrößert und von Mödling nach Baden wechseln. 

Dort konzentriere man sich damit auf die chirurgische Akutversorgung, während die urologische Abteilung nach Mödling wechselt, wo bereits Kinder urologisch versorgt werden, sowie Gynäkologie und Geburtshilfe angesiedelt sind. Die Klinik werde mit einer modernen roboterchirurgischen Einheit ausgestattet, versprach Kasser. Neben dem bereits existierenden OP–Roboter in Wiener Neustadt soll es also künftig einen zweiten solchen in der Thermenregion geben.

Psychiatrie und Geriatrie

„Auch innovative Versorgungskonzepte verbessern die medizinische Betreuung wesentlich“, betonte Silvia Bodi, Geschäftsführerin der Gesundheit Thermenregion GmbH. Neben der Roboterchirurgie seien dies telemedizinische Angebote wie „Herz Mobil“, das eine Versorgung von Patienten mit Herzinsuffizienz ohne stationären Aufenthalt ermöglicht.

Die Kinder- und Jugendpsychiatrie werde am Standort Hinterbrühl gestärkt, die Versorgung älterer Menschen durch den Ausbau von Akutgeriatrie- und Remobilisationsangeboten in der Region.

Der Aufbau weiterer Primärversorgungszentren sei wesentlich, um Krankenhäuser zu entlasten, so Kasser. Ambulanzen in Kliniken sollen Patienten nach der Erstaufnahme gegebenenfalls an niedergelassene Ärzte weiterverweisen.

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