© Kurier/Jeff Mangione

Trockenheit
02/12/2021

Klimawandel bedroht das Frühstückssemmerl

Weil die Trockenheit den Weizen verändert, wird in Niederösterreich nach Alternativen bei der Verarbeitung gesucht.

von Johannes Weichhart

Der Weizen ist Österreichs wichtigstes Brotgetreide. Besonders im mittleren und östlichen Niederösterreich und in bestimmten Gebieten des Burgenlandes befinden sich viele Anbauflächen, weil hier die Voraussetzungen besonders günstig sind.

Doch das Klima hat sich in den vergangenen Jahren verändert. „Längere Trockenperioden verändern die Eigenschaft des Weizens, der dadurch für die Mühlen als auch für die lebensmittelproduzierenden Betriebe immer schwieriger zu verarbeiten wird“, berichtet Peter Stallberger von GoodMills Österreich. Das Unternehmen ist die größte Mühlengruppe in der Republik.

Laut Stallberger führe die Trockenheit zu einer höheren Stickstoffkonzentration im Boden, der im Weizen zu Eiweiß gebunden wird. Dies sorgt für Schwierigkeiten, weil sich durch den gesteigerten Proteingehalt die Weizenmehle nur sehr schwer verarbeiten lassen.

Suche nach Lösungen

Es braucht also Lösungen für die Zukunft, damit Produkte wie Semmeln oder Schnitten auch künftig den Ansprüchen der Kunden gerecht werden. Mit der Initiative „Klimatech“ der ecoplus, die von mehreren Unternehmen, der BOKU und der HTL für Lebensmitteltechnologie in Wels betrieben wird, will man nun nach Alternativen suchen.

Unter anderem wird seit dem Vorjahr erforscht, inwieweit alternative Getreidefrüchte wie Sorghum, Hirse, Buchweizen und Amaranth, die in Österreich unter Berücksichtigung klimainduzierten Veränderungen (Trockenheit, Hitze) bereits erfolgreich angebaut werden, dem Weizen beigemischt werden können.

Weniger Zucker

Zwar liege noch kein Ergebnis vor, so Stallberger, man habe aber schon einige wichtige Erkenntnisse gewonnnen. So habe der Einsatz von Sorghum einen positiven Nebeneffekt gezeigt, weil dadurch der Zuckergehalt in Feinbackwaren reduziert werden könne.

„Wir sind auf der Suche nach innovativen Lösungen, die einerseits den Anforderungen der Konsumenten in Sachen Qualität, Geschmack und Regionalität gerecht werden, gleichzeitig aber auch die Wertschöpfung der Unternehmen steigern“, betont Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf.

127 Projekte

Umgesetzt wird der Lebensmittel-Cluster durch die Wirtschaftsagentur ecoplus. „Im Lebensmittel-Cluster wurden in den vergangenen Jahren insgesamt 127 Kooperationsprojekte mit mehr als 800 Partnern erfolgreich unterstützt und begleitet“, berichtet Wirtschaftslandesrat Jochen Danninger.

Wann das aktuelle Projekt abgeschlossen ist, ist hingegen noch unklar.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.