Wiener Neustadt: Privatinitiative rettet Montessori-Kindergarten
In der Politik tobt ein Streit um die Betreuungskosten
Wiener Neustadt ist die Stadt mit dem höchsten Bevölkerungszuwachs. Mit einem Plus von zuletzt 1,8 Prozent liegt man österreichweit im Spitzenfeld, im vergangenen Herbst knackte Wiener Neustadt die 50.000-Einwohner-Marke.
Das rasante Wachstum bringt für die Stadtverwaltung große Herausforderungen mit sich, beispielsweise was die Kinderbetreuung anbelangt. In derzeit 100 Gruppen sind heuer 1.800 Kinder in den nö. Landeskindergärten der Stadt untergebracht, in privaten Einrichtungen und Krabbelstuben kommen nochmals 700 Mädchen und Buben dazu.
Hiobsbotschaft
Angesichts dieser Entwicklung schmerzt der Verlust jedes einzelnen Betreuungsplatzes. Deshalb war es für Bildungsstadtrat Philipp Gruber (ÖVP) auch eine bittere Nachricht, als Anfang des Jahres bekannt wurde, dass der als Orel-Privatkindergarten bekannt gewordene „Montessori-Kindergarten Elisabeth“ nach Jahrzehnten erfolgreicher Arbeit in diesem Sommer seine Pforten schließt. „Für die Eltern angesichts rarer Kinderbetreuungsplätze eine Hiobsbotschaft“, heißt es dazu im Rathaus.
Privatkindergarten "Pusteblume"
Nach der ersten Schockstarre bemühten sich deshalb einige Eltern und Erzieherinnen intensiv um eine Lösung und kämpften um den Erhalt des Kindergartens. Die Rettungsmission gilt nun als geglückt. Nach Gesprächen mit Bürgermeister Klaus Schneeberger stellt die Stadt Wiener Neustadt den leer stehenden Kindergarten in der Bgm.-Dr.-Haberl-Gasse im Zehnerviertel zu guten Konditionen zur Verfügung. Der Standort war für die Stadt zu klein geworden, weshalb er 2023 zugunsten eines Neubaus aufgegeben wurde.
Die organisatorische Leitung des dort entstehenden neuen Privatkindergartens „Pusteblume“ übernimmt die diplomierte Volksschulpädagogin Emma Warren-Heger, die pädagogische Leitung liegt bei Nadja Baumrock – einer diplomierten Elementarpädagogin, die bereits die Krabbelgruppe in der Martinsgasse betreut hat. Mit ihr zusammen wechselt das bisherige Betreuungsteam des „Montessori-Kindergarten Elisabeth“ an den neuen Standort. „Für unsere Bedürfnisse ist der Kindergarten ideal. Wir haben Platz für bis zu fünf Gruppen und einen Garten mit Rodelhügel, Sandkisten und Bobby-Car-Bahn – ein echtes Spieleparadies für Kinder“, sagt Emma Warren-Heger.
Nadja Baumrock und Emma Warren-Heger gründeten den Kindergarten Pusteblume.
Englisch und Skikurs
Geplant sind zunächst drei Gruppen (Krabbel-, Familien- und Vorschulgruppe), 60 Anmeldungen sind bereits fix.
Ab Jänner 2027 soll es eine vierte Gruppe geben. Die pädagogische Ausrichtung liegt weiterhin auf einem Montessori-Schwerpunkt. Nadja Baumrock: „Was uns auszeichnet, sind verschiedenste Schwerpunkte die so nur in wenigen Häusern angeboten werden, wie verstärkter Englischunterricht, Schwimm- und Skikurs, Musik- und Tanzpädagogik“.
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