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Kinder-Frühbetreuung in Badens Schulen wird teurer

Kritik an Erhöhung im neuen Schuljahr. Stadt verteidigt die Maßnahme: „Immer noch nicht kostendeckend.“
Leerer Klassenraum mit hochgestellten Stühlen und einer Tafel, auf der eine Willkommensbotschaft für die 3. Klasse steht.

Volksschülern in Baden bietet die Stadt eine Frühbetreuung vor Unterrichtsbeginn von 6.45 bis 7.45 Uhr an. Mit dem kommenden Schuljahr werden die Tarife dafür nun erhöht, was für Kritik von Grünen und Neos sorgt.

Die Stadtregierung verteidigt die Kosten und verspricht eine sozial gestaffelte Förderung.

Wer die Frühbetreuung an vier oder fünf Tagen pro Woche nutzt, soll künftig sechs statt bisher vier Euro pro Tag bezahlen. Bei drei Betreuungstagen steigt der Tarif von sechs auf acht Euro. Das entspricht Erhöhungen von 50 beziehungsweise rund 33 Prozent.

Neos-Gemeinderätin Iris Fritz hält dies für ein falsches Signal: „Für viele Eltern ist Frühbetreuung keine Zusatzleistung, sondern Voraussetzung dafür, überhaupt rechtzeitig in die Arbeit zu kommen. Wenn ein notwendiges Angebot innerhalb kurzer Zeit immer weiter verteuert wird, gefährdet das die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Am Ende leiden darunter Eltern und Kinder.“ Erst vor rund einem Jahr seien die Kosten angehoben worden, erinnert Fritz.

„Grenzüberschreitung“

Gemeinderat Christian Dusek (Grüne) hält die Mehrkosten von „bis zu 720 Euro pro Schuljahr pro Familie bei zwei Volksschulkindern und 180 Betreuungstagen“ für eine „Grenzüberschreitung“. Auch er ist überzeugt, die Frühbetreuung sei für Eltern „notwendig, damit sie rechtzeitig zur Arbeit kommen“ und ärgert sich: „Ausgerechnet bei einem grundlegenden Betreuungsangebot für Volksschulkinder derart stark zu erhöhen, ist familienpolitisch der falsche Weg.“

Grüne und FPÖ haben deshalb einen Neos-Antrag im Stadtrat unterstützt, die Tarife auf dem bisherigen Niveau zu belassen. „Wenn die ÖVP auf Bundesebene möchte, dass weniger in Teilzeit arbeiten, dann braucht es ein gutes Angebot der Betreuung morgens und nachmittags für die Kinder“, fordert Grünen-Parteichefin Helga Krismer.

Betreuung als „freiwillige Leistung“

Seitens der Stadt verweist man darauf, dass die Tarife bei weitem nicht kostendeckend seien und auch nach der Erhöhung noch deutlich unter jenen vergleichbarer privater Anbieter liegen werden. Man biete die Frühbetreuung an Volksschulen als freiwillige Leistung an, die nunmehrige Anpassung der Beiträge erfolge „im Zuge der laufenden Evaluierung und vor dem Hintergrund der angespannten finanziellen Rahmenbedingungen.“ 

Ziel sei es, das Angebot langfristig aufrechtzuerhalten und gleichzeitig „einen vertretbaren Anteil der entstehenden Kosten abzudecken“. Man werde außerdem Förderungen für Familien anbieten, die auf Frühbetreuung angewiesen sind und sich die Beiträge nicht leisten können.

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