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NS-Kriegsschiffe tauchen wegen Niedrigwasser in Donau auf

Der niedrige Wasserstand der Donau gab Relikte des Zweiten Weltkrieges frei: Die Wracks ragen derzeit im Bezirk Amstetten aus dem Wasser.
Ein verrostetes Wrackteil ragt aus dem Wasser eines Flusses vor einem bewaldeten Ufer hervor.

Wenn das Wasser weicht, gewinnt Geschichte die Oberhand: In der Donau sind derzeit Wracks von zwei deutschen Kriegsschiffen zu sehen, die knapp vor Kriegsende sanken. Sie ragen aus dem niedrigwasserführenden Fluss heraus.

Die beiden Schiffe sind gut erforscht, das ist auch Gerald Tagwerker, einem Juristen und begeisterten Hobbyhistoriker aus Ardagger, zu verdanken: Die Artilleriefährprahmen „AT 917“ und „AT 916“ – spezielle Landungsboote – wurden Anfang Mai 1945 gesprengt, kurz bevor Nazi-Deutschland kapitulierte. Die eigene Besatzung jagte die Schiffe in die Luft, die daraufhin in der Donau untergingen.

Sie ragen aus dem Wasser

Zuvor waren die Kriegsschiffe bereits von mehreren US-Panzern aus beschossen und kampfunfähig gemacht worden. Vor rund einer Woche tauchten die Wracks aber wieder auf, zumindest Teile von ihnen sind aktuell gut sichtbar: Wegen des niedrigen Pegelstandes der Donau infolge von anhaltender Hitze und fehlendem Niederschlag ragen sie bei Ardagger (Bezirk Amstetten) aus dem Wasser.

Keine Munition an Bord

Das passierte nicht zum ersten Mal, bei Niedrigwasser kommen die Wracks in Niederösterreich immer wieder zum Vorschein.

Das Wrack eines gesunkenen Schiffes liegt teilweise unter Wasser in einem breiten Fluss vor einem bewaldeten Ufer.

Die Schiffswracks werden bei Niedrigwasser freigelegt

Überlegungen, sie zu bergen, gab es über die Jahrzehnte immer wieder, sie wurden aber letztlich immer verworfen. Gefahr droht zudem ohnedies keine mehr, Bewaffnung und Munition wurden längst entschärft.

200 Wracks mit Sprengmaterial

Das unterscheidet den Fall in Österreich von einem weiter entfernten: Anfang August gab die Donau auch in Serbien NS-Kriegsschiffe frei, die bereits im September 1944 versenkt worden waren. Bei Prahovo sollen rund 200 Wracks auf Grund liegen, viele von ihnen nach wie vor mit Munition und Sprengmaterialien an Bord.

Die Schiffe – Teil der deutschen Schwarzmeerflotte – wurden ganz bewusst an dem Punkt versenkt. Sie sollten den Weg der sowjetischen Marine blockieren.

Bereits 2022 waren die Schiffe sichtbar, heuer ragen rund 20 Schiffe aus dem Fluss. Die EU unterstützt seit 2024 die Entfernung von Wracks, die die aktuelle Schifffahrt am meisten behindern.

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