Chronik | Niederösterreich
03/13/2019

Kickls Puma zeigt zur Landesausstellung die Krallen

Verstärkte Polizeipräsenz mit Start der Landesschau. Die Schutzzonen werden um weitere sechs Monate verlängert.

An die 300.000 Besucher sollen ab 30. März zur Landesausstellung 2019 nach Wiener Neustadt strömen. Damit die Ankunft der Gäste am Bahnhof zu keinem Negativ-Erlebnis ausartet, plant die Exekutive in nächster Zeit eine Aktion scharf in den polizeilichen Schutzzonen. Anlässe dafür gibt es genug: Seit die Schutzzonen im Mai 2017 verordnet wurden, hat die Polizei (bis 28. Februar) 1522 Betretungsverbote und 293 Verwaltungsanzeigen verhängt.

Erst vor wenigen Tagen wurden zwei Asylwerber aus Gambia von Kriminalisten aus dem Verkehr gezogen, die den Bahnhof und andere Orte in Wiener Neustadt als Drogenumschlagplatz im großen Stil nutzten. Seit 2017 sollen die Kriminellen 46 Kilogramm Cannabis und jede Menge XTC-Tabletten im Gesamtwert von 200.000 Euro an den Mann gebracht haben. Von den Betretungsverboten in den polizeilichen Schutzzonen waren 38 Prozent der Weggewiesenen österreichische Staatsbürger und 62 Prozent Ausländer.

Nachdem die Verordnung für die drei Zonen am Bahnhof, Stadtpark und Esperantopark fast zeitgleich mit der Eröffnung der Landesausstellung auslaufen, werden diese um weitere sechs Monate verlängert.

Ausgerechnet das Herzstück der Landesschau, die Kasematten, liegt unmittelbar an den Kriminalitäts-Hotspots. Das ist auch der Polizei bewusst. „Diese Bereiche sollen natürlich für die Landesausstellung ein entsprechendes Erscheinungsbild abgeben“, sagt Stadtpolizeikommandant Manfred Fries. Daher werden in den kommenden Wochen die Schwerpunktkontrollen so weit es geht verstärkt.

Keine Planstelle mehr

Auch wenn zuletzt im Rahmen des Sicherheitsgipfels in Wiener Neustadt angekündigt wurde, dass es für den Zeitraum der Ausstellung mehr Polizei in der Stadt geben wird, sieht die Realität etwas anders aus. Das Innenministerium fährt zur Zeit personell einen Sparkurs. Auch angesichts dieser Tatsache gibt es kein Budget für eine zusätzliche Polizei-Planstelle in Wiener Neustadt. Dafür sollen Beamte der Vorzeige-Grenzschutztruppe Puma von Innenminister Herbert Kickl in Wiener Neustadt „einmarschieren“.

Seit September greift die Einheit den örtlichen Kräften speziell bei Schwerpunktkontrollen in den Schutzzonen drei bis vier Mal pro Monat tatkräftig unter die Arme. Zuletzt war dies am vergangenen Wochenende der Fall. Dies soll auch während der Landesausstellung fortgesetzt werden.