40.000 Hühner verbrannten im Stall

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Chronik Niederösterreich
01/04/2019

Inferno mit Millionenschaden: Versicherung lässt Unternehmer zappeln

Feuer vernichtete Stall mit 40.000 Legehennen. Der Wiederaufbau wird für den Eigentümer zum Fiasko.

von Patrick Wammerl

Das Gutachten zur Brandursache spricht eine deutliche Sprache, und dennoch droht ein Unternehmer aus dem Bezirk Neunkirchen auf dem Schaden eines verheerenden Großbrandes quasi sitzen zu bleiben. Sieben Monate, nachdem ein Feuer den Stall mit 40.000 Legehennen von Christian Rosenbichler vernichtet hat, hat der Geschäftsmann immer noch kein grünes Licht der Allianz-Versicherung für den Wiederaufbau. Die Schadenssumme durch das Feuer beläuft sich auf fast vier Millionen Euro, wird in der Höhe aber von der Versicherung bestritten.

Als hätte der Zufall Regie geführt, hatte Rosenbichler am 19. Juni des Vorjahres gerade Besuch von seinem Versicherungsvertreter, als ihnen im Hühnerstall in Schwarzau am Steinfeld plötzlich beißender Brandgeruch in die Nase stieg. „Wir hatten keine Chance, das Feuer zu löschen. Binnen kurzer Zeit stand alles lichterloh in Flammen“, beschreibt der Unternehmer.

Technischer Defekt

Der Stall brannte mitsamt der 40.000 Hühner zur Gänze ab. Wie die Brandermittler und der Gerichtssachverständige feststellten, war ein technischer Defekt an der Fütterungsanlage die Ursache für das Inferno.

Rosenbichler, der seit mehr als 35 Jahren Kunde der Allianz ist und all seine Versicherungen dort abgeschlossen hat, ging aufgrund der klaren Ergebnisse von einem raschen Wiederaufbau aus. Er hatte die Rechnung jedoch ohne die langsamen Mühlen der Bürokratie gemacht. „Ich habe bis jetzt alle fünf meiner Mitarbeiter aus den Rücklagen der Firma weiter beschäftigt. Für sie und mich ist die Sache existenziell. Bis dato wurde mir kein einziger Cent der Allianz ausgezahlt und in zwei Monaten endet meine Betriebsausfallversicherung“, sagt Rosenbichler.

Seit Monaten wird er von der Versicherung vertröstet. Auf Anfrage des KURIER nimmt man bei der Allianz dazu Stellung: „Versicherungsschutz ist dem Grunde nach gegeben. Es gibt allerdings Differenzen zwischen den Forderungen und den zur Verfügung stehenden Versicherungssummen beziehungsweise den Einschätzungen des Sachverständigen“, so Unternehmenssprecherin Lisa Wissenwasser.

Für Rosenbichler drängt die Zeit. Ohne Einkommen weiß er nicht, wie lange er wirtschaftlich noch durchhält. „Aus heutiger Sicht sprechen wir bereits von einem Betriebsausfall von zweieinhalb Jahren. Die Versicherungsgutachter können damit doch nicht so überfordert sein? Das ist ja deren Job.“

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