NÖ Landeskommando auf Feuerwehrmesse: 1,5 Millionen für Hochwasserschutz
Auf der Interschutz-Messe in Hannover werden zukünftige Investitionen besprochen - in das Gespräch vertieft v.l.n.r.: Martin Boyer (NÖ Landesfeuerwehrkommandant- Stellvertreter), Dietmar Fahrafellner (NÖ Landesfeuerwehrkommandant), Stephan Pernkopf (NÖ Landeshautpfrau-Stellvertreter) und Matthias Stadler (Bürgermeister von St. Pölten).
Von hundeartigen Hilfsrobotern bis zu voll ausgerüsteten Löschfahrzeugen - die Interschutz-Messe in Hannover bietet so ziemlich alles, was moderne Feuerwehren benötigen. Sie ist die weltweit größte Messe für Feuerwehr und Katastrophenschutz und vernetzt Wehren aus aller Welt miteinander.
Das Gelände der Interschutz, der europaweit größten Fachmesse für Feuerwehren und Katastrophenschutz.
Neue Technik im Fokus
Für drei Tage reiste deshalb auch der niederösterreichische Landesfeuerwehrverband mit über 100 Feuerwehrleuten und mehreren Pressevertretern nach Hannover. Die NÖ Feuerwehr präsentiert sich dort auch selbst mit Fahrzeugen und Ausrüstung.
Dies ist allerdings nicht der einzige Grund für den Besuch der Interschutz: „Wir haben größere Investitionsabsichten auf der Messe, auch hinsichtlich der Waldbrandbekämpfung und des Hochwasserschutzes mit Rückfinanzierung über die Europäische Union“, erklärt Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner gegenüber dem KURIER.
Auf der Messe befinden sich rund 1.700 internationale Aussteller. Einer der größten Anbieter ist das österreichische Unternehmen Rosenbauer International AG. Robert Ottel, Vorstandsvorsitzender von Rosenbauer, erzählt: „Rosenbauer stellt hier alle Fahrzeuge aus, die für den europäischen Markt relevant sind - ein Spezialschwerpunkt liegt auf jenen zur Waldbrandbekämpfung.“
Die aufgrund von Klimawandel und Trockenheit europaweit immer größer werdende Waldbrandgefahr sei für alle Einsatzkräfte der Feuerwehr ein Thema. Daher präsentiert die Interschutz-Messe in Hannover spezielle Technologien, die den Wehren bei großflächigen Bränden helfen sollen. Dazu zählen beispielsweise Roboter, die zur Lagebeurteilung in Gefahrensituationen sozusagen als Vorhut eingesetzt werden.
„Derartige Roboter können Menschenleben sichern“, erklärt Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf (ÖVP), der für Neuheiten wie diese extra nach Hannover gereist ist. „Das Land NÖ wird hier in Zukunft sicher auch entsprechend investieren“, sagt Pernkopf, der für die Feuerwehr in NÖ ressortzuständig ist.
Investitionen in Millionenhöhe
Nicht in der Zukunft liegen hingegen die Investitionen des Landes NÖ in den Hochwasserschutz. Rund 30 Hochwasserschutzprojekte jährlich unterstütze das Land bereits. Grund dafür sei unter anderem das Jahrhunderthochwasser im September 2024 gewesen.
Im Gefolge dieses Ereignisses stellte die niederösterreichische Landesregierung ein Sonderbudget in Höhe von 5 Millionen Euro für Hochwasserschutz-Maßnahmen zur Verfügung. 1,5 Millionen Euro davon fließen nun seitens der Feuerwehr in ein neues Pumpsystem, das auf dem Messegelände in Hannover erstmals ausgestellt wird.
Großpumpe für Hochwassereinsätze
„Es handelt sich hierbei um eine Großpumpe, mit der wir ca. 60.000 Liter pro Minute pumpen können“, erklärt Dietmar Fahrafellner. Die Pumpe habe die NÖ Feuerwehr 2024 bereits ausgeborgt, um Wasser aus dem überfluteten Tullnerfeld in die Donau zu pumpen.
Mit Ende des Jahres wird die Feuerwehr nun mit einem eigenen Modell in Niederösterreich in Betrieb gehen können. Bis dahin bleibt dem niederösterreichischen Landesfeuerwehr allerdings noch viel Zeit, um über weitere Investitionen nachzudenken. Die Interschutz Messe in Hannover bietet dafür reichlich Anstöße.
Kommentare