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Chronik Niederösterreich
11/21/2021

Helikopter von Hans Peter Haselsteiner abgestürzt und explodiert

Der Unfall ereignete sich beim Landeversuch in Wiener Neustadt. Für den 50-jährigen Piloten kam jede Hilfe zu spät. Hans Peter Haselsteiner war kurz davor ausgestiegen.

von Patrick Wammerl

Ein lauter Knall kurz vor 17 Uhr. Dann ein Flammenmeer. Am Flughafen Wiener Neustadt Ost war am Sonntag mitten im dichten Nebel ein Hubschrauber abgestürzt. Wie sich rasch herausstellte, handelte es sich um den Hubschrauber des bekannten Unternehmers und Ex-Politikers Hans Peter Haselsteiner.

Haselsteiner nicht an Bord

Doch der Bautycoon (Strabag) hatte unglaubliches Glück: Er selbst befand sich nicht in dem Hubschrauber, war kurz zuvor am Semmering ausgestiegen.

Laut ersten Informationen sollen sich zwei Personen in der abgestürzten Maschine befunden haben. Wenig später war klar: Der 50-jährige Pilot aus Kärnten war alleine im Hubschrauber.

"Völlig geschockt und fertig"

Der KURIER konnte den Unternehmer wenig später telefonisch erreichen. In einer ersten Stellungnahme zeigte er sich „völlig geschockt und fertig“.

Augenzeugen berichteten von einer „gewaltigen Stichflamme“. Bilder des Absturzortes zeigen den völlig zerstörten Hubschrauber des Typs Bell 429. Mehrere Teile liegen weit verstreut.

26 Freiwillige der Feuerwehr Wiener Neustadt sowie Rettungswagen eilten zum Flughafen. Mit Löschschaum wurde versucht, die Flammen zu löschen. Die Rettungskräfte konnten allerdings nicht mehr helfen – der Pilot der Maschine war auf der Stelle tot. Über die Unfallursache konnte vorerst nur spekuliert werden, das Landeskriminalamt NÖ hat die Ermittlungen aufgenommen.

Wahrscheinlich erscheint laut Hubschrauber-Piloten, dass der Kollege im dichten Nebel keine Sicht mehr hatte, der Helikopter instabil wurde und die Besatzung die Kontrolle darüber verlor.

Flug auf Sicht

Der Flughafen Wiener Neustadt verfügt über keine Einrichtung für den Instrumentenanflug (IFR). Bei schlechter Sicht ist es möglich, bis ins nahe gelegene Sollenau mit IFR-Modus zu fliegen. Zum Flugplatz Wiener Neustadt allerdings muss auf Sicht geflogen werden. „Bei diesen Sichtverhältnissen wie Sonntagabend ein Ding der Unmöglichkeit“, sagt ein erfahrener Pilot am Flugplatz Wiener Neustadt.

Und tatsächlich – auf Flightradar (Onlinedienst zur Echtzeit-Darstellung von Flugzeugen, Anm.) ist zu sehen, wie der Pilot in der Nähe des Flugplatzes Wiener Neustadt herumirrt.

Abflug von Bozen

Haselsteiner war am Sonntagnachmittag aus Bozen weggeflogen. Dort hat er einen Wohnsitz. Und einen Rechtsstreit im Laufen, wie die Neue Südtiroler Tageszeitung berichtet. Sein Gegner: Der grüne Gemeinderat Rudi Benedikter. Denn laut ihm landet Haselsteiner weiterhin auf dem Landeplatz, dessen „rechtliche Sanierung die Gemeinde Bozen abgelehnt hat.“

Der Politiker notiert zudem sämtliche Flüge des Unternehmers. Er wirft Haselsteiner die „Verletzung von Umweltbestimmungen vor“. Tatsächlich dürfte sich der Standort in einer Bannzone mit absolutem Bauverbot befinden. Auch die Staatsanwaltschaft ermittelt. Demnächst soll es zu einer Verhandlung vor dem Voruntersuchungsrichter kommen.

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