Halterpaar auf Siebenhütten am Königsberg: „Eine neue Herausforderung“
Werner und Yvonne Fohringer bewirtschaften Hütte am Königsberg.
Die Bewirtschaftung des breiten Gebirgsstocks des Königsbergs zwischen Göstling und Hollenstein hat im Ybbstal viel Tradition. Zehn von 24 berechtigten Bauern haben heuer im Weidegebiet Königsberg-Ost Vieh aufgetrieben. Bewacht und umsorgt wird es von einer neuen Halterin, die gemeinsam mit ihrem Mann die Alm Siebenhütten bezogen hat.
Eigentlich sei es im vergangenen Dezember überraschend schnell gegangen, als es um die Neubesetzung der Halterstelle auf Siebenhütten ging, schildert der Obmann der Gemeinschaft, Bernhard Käfer. Unter mehreren Bewerbern kristallisierte sich rasch Yvonne Fohringer heraus. Sie kannte das Geschehen auf der Hütte und im umliegenden Weidegebiet bereits gut, weil sie während der Corona-Zeit ihrer Mutter bei der Bewirtschaftung der Hütte geholfen hatte.
Partnerschaftliches Projekt
„Ich wusste, was uns erwartet, und wir suchten eine Herausforderung“, erzählt Yvonne. Ihr nach einem schweren Unfall noch rekonvaleszenter Mann Werner, war früher Polizist im Ybbstal und will sie nach der Genesung voll unterstützen. Als man hörte, dass für die Hütte jemand gesucht würde, „haben wir uns den Wunsch, hier heroben zu arbeiten, erfüllt“, schildert die Ybbstalerin.
Aufgaben
Im Groben ist die Arbeit auf der Hütte in 1.297 Metern Seehöhe zweigeteilt. Einerseits müssen täglich die über 100 weidenden Rinder kontrolliert, auf Verletzungen überprüft und gezählt werden, andererseits wollen die Wanderer mit Jause und Mehlspeise bewirtet werden.
Um für die fachliche Arbeit mit den Rindern gerüstet zu sein, absolvierte das Paar einen Crashkurs bei einem Experten der Fachschule Hohenlehen, berichtet Obmann Käfer. Während der Hitzewelle kletterten die Temperaturen auch im Hochgebirge auf 30 Grad, schildern die Fohringers. Unter Wassernot leide man am Königsberg aber nicht, bestätigt auch Käfer. „Wir haben mit Regenwasserspeichern vorgesorgt“, sagt er. Besonders geplagt würde das Vieh aber durch die blutsaugenden Rossbremsen.
Eine andere Sorge plagt auch die Almbauern im Ybbstal. Jedes Jahr verliere man unter sonderbaren Umständen Rinder im steilen Gelände. Panik vor Wölfen, die gelegentlich auch von Jägern gesichtet würden, dürfte ein Hauptgrund dafür sein, so Käfer.
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