Kremser Grüne Zone: Die Tagesgebühr wird auf vier Euro verdoppelt, die Stundengebühr bleibt unverändert bei 50 Cent

© KURIER/Gilbert Weisbier

Krems
12/18/2015

Grüne Parkzone: Frust über doppelten Tagestarif

Die einst hoch verschuldete Stadt Krems kommt endlich aus Roten Zahlen. Höhere Parkgebühr finanziert das zu einem kleinen Teil mit.

von Gilbert Weisbier

"Immer geht es gegen die Wirtschaft", klagt der Kremser Modehändler Harald Krenneis. Wirtschaftskammer-Bezirksobmann Thomas Hagmann prophezeit das Ende der Innenstadt-Geschäfte. Beider Frust richtet sich gegen den Beschluss vom SPÖ und ÖVP, die Ganztages-Parkgebühr in der Kremser Grünen Zone auf vier Euro zu verdoppeln. Dass es der Politik erstmals gelungen ist, den Kremser Schuldenberg zum allergrößten Teil durch Einsparungen deutlich abzutragen, geht unter.

Kundenflucht

Die Angst, dass nun weniger Kunden in die Fußgängerzone im Stadtkern kommen, kann Stadtchef Reinhard Resch, SPÖ, so nicht nachvollziehen: "Ich weiß nicht, wer acht Stunden für einen Einkauf braucht. Kurze Parkzeiten bis vier Stunden kosten gleich viel wie bisher, nämlich 50 Cent pro Stunde."

Doch die Aufregung ist trotzdem groß. "Das wird vor allem die Mitarbeiter der Innenstadtgeschäfte treffen", meint Erni Breith, Obfrau der Kremser Kaufmannschaft. Unterstützung erhält sie von KPÖ-Gemeinderat Wolfgang Mahrer: "Aushalten müssen es die Leute, die ohnehin wenig verdienen."

"Ich käme auch lieber ohne Erhöhung aus. Aber mir ist wichtiger, dass die Zukunft der Stadt gesichert ist, als meine private Reputation", betont der Bürgermeister. Schon bald würden die Zinsen für Kredite wieder steigen, dann könnte man den Schuldenabbau nicht mehr schaffen. Von 2011 bis 2017 baut die Stadt insgesamt 49 Millionen Euro an Kreditschulden ab. Das ist durch ein Doppelbudget für 2016 und 2017 fixiert. Erstmals werden keine neuen Kredite aufgenommen und trotzdem viel investiert, sagt Resch. Etwa in die Neugestaltung des Südtiroler Platzes. Doch da setzt weitere Kritik an: "Es ist für uns unverständlich, dass die Neugestaltung des Südtirolerplatzes die Stadtkasse mit rund 1,3 Millionen Euro belasten soll, obwohl der Verursacher die Tiefgarage einer privaten Investorengruppe ist", sagt Bürgerlisten-Gemeinderat Adi Krumbholz. "ÖVP und SPÖ fordern in Wahlkämpfen seit langem eine zentrumsnahe Garage. Die sollen wir jetzt ablehnen? Und der Platz braucht ohnehin eine Neugestaltung, um zur Verlängerung der Fußgängerzone zu werden", entgegnet Resch.

Für Maria Sarma aus Langenlois ist der neue Parktarif "reine Abzocke". Für Wolfgang Frieht aus Krems sind vier Euro am Tag "nicht zu viel".

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