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Chronik Niederösterreich
02/25/2021

Gottfried Waldhäusl: "Es wird keine Normalität mehr geben"

Der FPÖ-Landesrat im KURIER-Talk über seine Asylpolitik und die Corona-Zeit.

von Martin Gebhart

Schwer in die Kritik geraten war zuletzt FPÖ-Landesrat Gottfried Waldhäusl, weil er in Statements zu den Corona-Folgen auch die Borkenkäferplage im Waldviertel und seine Asylpolitik verpackt hatte. Ihm wurde vorgeworfen, er hätte den Asylbereich mit den Borkenkäfern verglichen. Im KURIER-Talk im Pods & Bowls weist er diese Kritik zurück.

Waldhäusl: „Für mich ist die Corona-Pandemie mit der Borkenkäferplage im Waldviertel vergleichbar. Wir haben in unserem Viertel geglaubt, man kann den Borkenkäfer besiegen. In Wirklichkeit haben wir diesen Kampf verloren.“ Ähnlich werde es mit Covid-19 sein. „Corona ist gekommen, um zu bleiben. Es wird keine Normalität mehr geben.“

Die Asylpolitik habe er nur deswegen hineinverpackt, weil angesichts der nun leeren Budgettöpfe seiner Meinung nach auch in diesem Bereich gespart werden müsste. „Es wird im Asylbereich nicht mehr so sein wie früher. Das werden wir uns nicht leisten können. Auch nicht aus humanitären Beweggründen heraus“, sagt der FPÖ-Politiker. Es brauche schnellere Asylverfahren, man werde nicht mehr alle Projekte finanzieren können.

Rücktritt gefordert

Dass die SPÖ deswegen sogar seinen Rücktritt gefordert hat, berührt Waldhäusl wenig. Die SPÖ habe vor ihm den Asylbereich in Niederösterreich verantwortet und dabei nicht darauf geschaut, dass „jene Österreich verlassen, die rechtlich nicht mehr da sein hätten dürfen“. Und: „Wenn die Roten dann meinen Rücktritt verlangen, weil ich im Interesse des Landes arbeite, dann nehme ich das zur Kenntnis.“ Aber es kümmere ihn nicht besonders.

Grundsätzlich hatte sich FPÖ-Landesrat Gottfried Waldhäusl bisher kaum zu Corona zu Wort gemeldet. Das sei die Aufgabe von FPÖ-Klubobmann Udo Landbauer, sagt Waldhäusl. „In meiner Funktion als Landesrat habe ich hier keine Kompetenzen. Ich könnte da lediglich meine private Meinung dazu sagen.“

Am Rande des KURIER-Talks erklärte Waldhäusl auch, dass ihm die Arbeit als Landesrat sehr viel Spaß mache. Im Asylbereich könne er jetzt Dinge umsetzen, die er davor als Klubobmann gefordert hatte. Und er werde natürlich bei den nächsten Landtagswahlen 2023 wieder antreten. Das Ziel seiner Partei umschreibt er so: Die absolute Mehrheit der ÖVP zu brechen und noch vor der SPÖ auf dem zweiten Platz zu landen. Mit Klubobmann Landbauer funktioniere die Zusammenarbeit jedenfalls sehr gut, sagt Waldhäusl. Und in die FPÖ-Zukunftsdebatte auf Bundesebene mische er sich nicht ein: „Wir gehen in Niederösterreich einen eigenständigen Weg.“

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