Landeskonservator NÖ Hermann Fuchsberger

© Gilbert Weisbier

Neuer Chef
02/14/2013

Gelernter Steinmetz wacht über den Denkmalschutz

Im „zweiten Bildungsweg“ wurde Hermann Fuchsberger Landeskonservator.

von Gilbert Weisbier

Der 54-Jährige wirkt rundum glücklich. Hermann Fuchsberger, neuer Landeskonservator von Niederösterreich, fühlt sich in seinem Amtssitz, der Gozzoburg in Krems, wirklich wohl. „Ein vorbildlich renoviertes Objekt“, sagt er. Den Gang durch die engen Gassen der Altstadt erlebt er zudem „wie Urlaub“. Dass in Niederösterreich ein viertel der österreichischen Denkmäler steht, ist für ihn ebenso Genuss – weil noch „viele Schätze zu entdecken sind“ – genauso wie Herausforderung.

Der Schutz der Welterbestätten – Wachau und Semmeringbahn – ist ihm ein besonderes Anliegen. Die Vielen Klöster und Schlösser liegen ihm ebenfalls am Herzen.

Der Praktiker will Besitzer geschützter Bauwerke durch gute Beratung unterstützen. „Sorgen entstehen, wenn man Planer beauftragt, die keine Erfahrung haben. Mit Profis gibt es keine Probleme. So ist der Denkmalschutz eine Branche, bei der das Geld im Land bleibt und guten Handwerkern Arbeit gibt“, ist er überzeugt.

Fuchsberger unterscheidet sich von vielen Kollegen durch seine Ausbildung: „Ich bin im Steinmetzbetrieb meines Vaters in Oberösterreich aufgewachsen, habe die Meisterprüfung abgelegt und bin erst im zweiten Bildungsweg zum Denkmalschutz gekommen.“ Einen Namen hat er sich durch große Sanierungsprojekte gemacht. Eines seiner Vorzeigeprojekte war die Restaurierung von sieben Altstadthäusern in Hallein. „Ich habe das Volumen von 14,2 Millionen und die geforderte Qualität exakt eingehalten“, sagt er stolz.

Seine Erfahrung im Baustellenmanagement will er auch privat nutzen, will sich im Raum Krems einen fixen Wohnsitz zulegen: „Am liebsten in einem denkmalgeschützten Gebäude.“

Berge?

In der wenigen Freizeit, die Fuchsberger bleibt, liest der zweifache Vater Fachliteratur und geht gern in die Berge. „Die sind nur in Niederösterreich nicht besonders hoch“, spöttelt er.

Ein Sanierungskonzept für die beiden unrenovierten, aber einzigartigen Kapellen in der Gozzoburg hat er schon gestartet. Darüber hinaus will er viel unterwegs sein.

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