Die kleine Lina kam auch dank telefonischer Anleitung gesund zur Welt

© Notruf NÖ

Chronik Niederösterreich
09/07/2021

Schon fünfte Geburt am Telefon für Notruf-Mitarbeiter

Lina kam ungeplant zu Hause auf die Welt. Ein 25-jähriger Notruf-Mitarbeiter leitete ihre Eltern telefonisch durch die Geburt – es war schon sein fünftes Mal.

Selbst hat der 25-jährige Niederösterreicher aus Wiener Neudorf (Bezirk Mödling) keine Kinder. Dafür hat er schon fünf zur Welt gebracht – und das nur mittels telefonischer Anleitung. Markus Kamper ist als „Emergency medical Dispatcher“, auf deutsch Notruf-Experte in einer Leitstelle, eine Art Rekordhalter was vollständig telefonisch angeleitete Geburten anbelangt.

Es war am 21. Juni dieses Sommers, als Markus Kamper unerwartet eine nicht unwesentliche Rolle im Leben von Bianca Tatzreiter einnahm. Die junge Mutter und ihre Familie aus Windhag bei Waidhofen an der Ybbs stand kurz vor der Geburt ihres zweiten Kindes, als mitten in der Nacht unvorhergesehen die Wehen eintraten. Gegen 3.30 Uhr morgens machte sie sich daher mit ihrem Mann Reinhard bereit, in das Krankenhaus zu fahren, da alle Zeichen auf die bevorstehende Geburt deuteten. Doch die kleine Lina hatte einen anderen Plan und wollte nicht so lange warten.

Notruf gewählt

Noch bevor es die Eltern zu ihrem Auto schafften, begann im Haus die Geburt des Mädchens. Reinhard Tatzreiter wählte sofort den Notruf 144 und stellte sein Handy auf Lautsprecher. Am anderen Ende der Leitung hatte Kamper gerade als Notrufexperte der Leitstelle Nachtdienst. „Es gibt für jedes Ereignis eine spezielle Notruf-Abfrage. So einen Leitfaden haben wir natürlich auch für anstehende Geburten“, erklärt der Disponent.

Mit seinen besonnenen Anweisungen und Ratschlägen brachte er die Eltern und das Baby gut durch den Geburtsvorgang. „Die Gespräche verlaufen sehr ruhig, viel unaufgeregter als bei Unfällen oder schweren Verletzungen. Der Vater ist bei der Geburt gefordert, sich zu konzentrieren und den Anweisungen zu folgen“, schildert Kamper.

Nur ein paar Minuten nach dem Notruf erblickte Lina gesund und munter das Licht der Welt. Kurz darauf trafen Notarzt und Rettungswagen vom Roten Kreuz bei den Tatzreiters ein und brachten Mutter und Tochter ins Krankenhaus. Sonst gab es für die Notarzt-Crew nichts mehr zu tun.

Kennenlernen

Zweieinhalb Monate nach dem freudigen Ereignis ließ es sich die junge Familie nicht nehmen, ihren telefonischen Geburtsbegleiter der Leitstelle auch persönlich kennenzulernen und für die professionelle Hilfe zu danken. Gemeinsam mit Lina und ihrer zweieinhalbjährigen Schwester Emilie besuchten sie die damals Diensthabenden, Markus Kamper und die Disponentin Claudia Schallner bei Notruf NÖ in St. Pölten.

In aller Ruhe hörte man sich gemeinsam das aufgezeichnete Notrufgespräch an. Solche Aufzeichnungen dienen vor allem auch zu internen Schulungszwecken und dafür, dem „Emergency medical Dispatcher“ Feedback zu seinen Telefonaten zu geben. Denn schließlich gehe es in vielen Fällen um Leben und Tod. Fehler können deshalb auch schlimme Auswirkungen haben.

Für Vater Reinhard Tatzreiter war es übrigens die erste Geburt, bei der er in so tragender Rolle dabei war. Kamper ist ihm da bereits vier Geburtsvorgänge voraus.

Mit dabei bei dem Termin waren übrigens auch der zuständige Landesrat Martin Eichtinger (ÖVP) und Notruf NÖ Geschäftsführer Christof Constantin Chwojka. „Egal, um welchen Notfall es sich handelt, die Experten am Notruf haben die passenden Hilfestellungen schon am Telefon bereit, noch während die Rettungskräfte zum Einsatzort unterwegs sind“, sagt Eichtinger.

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