Gastpatienten: Landesrat in NÖ sieht Ende des Streits im Herbst
ÖVP-Spitalslandesrat Anton Kasser.
An einer unnachgiebigen, klaren Linie bei der Umsetzung des Gesundheitsplans 2040+ hält Spitalslandesrat Anton Kasser (ÖVP) fest. Trotz intensiver Arbeit am Doppelbudget 2027/28 – Kasser ist auch Finanzlandesrat – beschäftige ihn der Gesundheitsplan derzeit am meisten, sagte der Politiker im Rahmen eines Sommergesprächs.
Auch bei dem Vorhaben, das Spital in Gmünd (Waldviertel) durch eine neue Gesundheitsklinik zu ersetzen, bleibt Kasser voll auf Linie. „Schauen wir, was passiert, wenn die Klage kommt. Einen Vergleich wird es ganz sicher nicht geben“, kommentierte Kasser den Beschluss der Stadt Gmünd, das Land NÖ per Klage zur Erhaltung des dortigen Krankenhauses zu zwingen.
Gesundheitsklinik wird gebaut
Die große Euphorie auf einen Erfolg sei in Gmünd bereits verflogen, ortet der Landesrat, der einem Gerichtsentscheid optimistisch entgegenblickt. Das Land werde mit dem Bau der Gesundheitsklinik Gmünd jedenfalls starten. Die dort situierten Fachärzte würden dann ein breiteres medizinisches Umfeld bieten, als es jetzt vorhanden ist, so Kasser.
Gmünd als Muster
Das Gmünder Beispiel nannte der Landesrat als ein Muster für weitere landesweite Projekte für Ambulatorien mit niederschwelligem Zugang, die von der nö. Landesgesundheitsagentur (LGA) und der ÖGK gemeinsam betrieben werden. Diese Zentren müssten nicht wie in Gmünd mit 24/7-Betreuung und tagesklinischen OP-Möglichkeiten ausgestattet sein, erklärte Kasser. Wichtig sei, dass die Fachärzte mit Kassenverträgen zur Verfügung stünden. Ähnliche Ambulatorien sind für Hollabrunn und Gänserndorf geplant. Insgesamt könnte mit dem neuen Muster „ein großer Wurf“ gelingen, sagte Kasser.
Eine Einigung erwartet Kasser für den Herbst im Gastpatientenstreit mit Wien. Mit dem dortigen Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) habe er bereits vier Treffen gehabt. Kasser: „Es gibt durchaus eine gute Gesprächsbasis“.
Beibehalten werden auch die Vorhaben des Gesundheitsplans am regionalen „Hotspot“ Waidhofen/Ybbs, bestätigte Kasser. An der landesweiten Reduktion der Notarztstützpunkte auf 21 Standorte wird festgehalten. Statt derzeit 68 sollen künftig 86 RTW-C-Standorte mit besser ausgerüsteten Rettungsfahrzeugen und den speziellen Notfallsanitätern als erster Ersatz dienen.
Spital bleibt Anlaufstelle
Statt des Notarztstützpunkts in Waidhofen werden trotz des Protests im Ybbstal in Kematen und in Hollenstein künftig solche RTW-C-Kräfte stationiert sein. Zusätzliche fernmündliche Unterstützung würde den Sanitätern auch ein Notruf-Leitstellarzt bieten. Laut Kasser stehe auch das Klinikum Waidhofen für Sanitäter am Weg ins Schwerpunktklinikum Amstetten jederzeit als Anlaufstelle bereit. Kasser generell zur Notarzt-Reform: „Weiterhin gilt, dass das alles erst dann kommt, wenn der entsprechende Ersatz in der Region gesichert ist“.
Zudem sei von SPÖ-Landesrätin Eva Prischl zugesagt, dass für Zeiten, in denen der im Ybbstal stationierte Rettungshubschrauber nicht fliegen könne, ein entsprechend besetztes Notfallfahrzeug zur Verfügung stehe.
Finale Gespräche
Jedenfalls stehen im Herbst mit den Gesundheitssprechern der Parteien sowie dem Roten Kreuz und dem Samariterbund finale Gespräche an, wo die Rettungsorganisationen kundtun können, ob sie die Strukturänderung schaffen oder nicht, kündigte Kasser an.
Regionale Neuigkeiten gibt es zur Fusion der Kliniken Amstetten und Waidhofen/Ybbs. Bis 2030 übersiedelt die Herzkatheter-Station nach Amstetten. Dort wird auch ein Schwerpunkt für Urologie und Onkologie geschaffen. Dennoch werden ab Herbst im Spital Waidhofen in beiden Bereichen mit neuen Fachärzten die Therapien fortgesetzt.
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