"Prägende Erfahrung": Krankenhaus-Mitarbeiterin half in Tansania
Theres Kovarik ist Diätologin im Landesklinikum Baden-Mödling.
Sie tauschte ihren gewohnten Arbeitsalltag im Krankenhaus Baden gegen einen Freiwilligeneinsatz, der ihr in Erinnerung bleiben wird. Für zwei Wochen half Diätologin Theres Kovarik in Arusha im Norden des afrikanischen Staates Tansania. Die Begegnungen mit den Menschen vor Ort machten den Einsatz für sie zu einer ebenso lehrreichen wie bereichernden Zeit, berichtet sie.
Vor Ort habe sich rasch gezeigt, wie stark die medizinische Versorgung von finanziellen Möglichkeiten abhängen kann: "Während bestimmte Gruppen – etwa Kinder unter fünf Jahren oder Schwangere – Anspruch auf kostenlose Behandlung haben, müssen viele Patientinnen und Patienten diagnostische Maßnahmen, Medikamente oder Materialien selbst bezahlen." Diese Realität präge den Klinikalltag in Tansania und beeinflusse häufig auch medizinische Entscheidungen.
Arbeit mit Kindern
Besonders eindrucksvoll war für die Diätologin die Arbeit mit Kindern und Familien. Regelmäßige Kontrollen von Größe und Gewicht sowie Impfprogramme zeigten, dass präventive Maßnahmen eine wichtige Rolle spielen. Gleichzeitig wurde deutlich, unter welch schwierigen Bedingungen viele Familien leben und wie sehr soziale Faktoren die Gesundheit beeinflussen.
Kovariks Einsatzort: das Krankenhaus von Arusha im Norden von Tansania.
Eine Herausforderung habe die Betreuung chronisch kranker Menschen dargestellt, so Kovarik. In der Diabetes-Ambulanz werden Blutzuckerwerte gemessen und Medikamente angepasst, umfassende Selbstkontrollen oder weiterführende Tests sind jedoch für viele Patientinnen und Patienten kaum leistbar.
"Gastfreundschaft und Offenheit"
Neben den medizinischen Eindrücken blieb vor allem die Begegnung mit den Menschen in Erinnerung.
„Die Gastfreundschaft und Offenheit der Menschen haben mich tief beeindruckt. Obwohl viele selbst kaum etwas haben, begegnen sie einem mit großer Herzlichkeit“, erzählt die Diätologin. „Es macht mir große Freude zu helfen und mein Wissen weiterzugeben – gleichzeitig lerne ich selbst unglaublich viel dabei.“
Der Freiwilligeneinsatz habe ihren Blick auf das Gesundheitswesen, auf Privilegien und auf Menschlichkeit nachhaltig verändert, betont Theres Kovarik – und er habe ihr gezeigt, wie wertvoll persönliches Engagement über den beruflichen Alltag hinaus sein kann.
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