2 Tote bei Flugzeugabsturz in NÖ: Wie ein Mädchen (15) überlebte
Das Wrack der zerschellten Piper 28 im Wald.
Es sollte ein Rundflug von Niederösterreich ins Salzkammergut werden, geendet hat es mit einem Unglück. Zwei Menschen sind tot, zwei wurden schwer verletzt, als Sonntagvormittag eine einmotorige Piper 28 Archer der Flugunion Seitenstetten-Biberbach (Bezirk Amstetten) zwischen Ötscher und dem Erlaufsee in einem abgelegenen Waldgebiet in der Nähe der Ortschaft Neuhaus am Boden zerschellte.
Das Leichtflugzeug des US-amerikanischen Herstellers war mit vier Personen besetzt. Der Pilot (47) und drei Passagiere – eine 47-jährige Frau, ein 15-jähriges Mädchen und ein 41-jähriger Mann – alle im Bezirk Amstetten wohnhaft – waren Sonntagfrüh in Seitenstetten zu dem Flug gestartet.
Wie die aufgezeichneten Flugdaten zeigen, flog die Maschine nach dem Start in Richtung Steyr, über den Traunsee bis nach Nußdorf am Attersee (OÖ) und retour in Richtung Niederösterreich. Am Vormittag beobachteten Feuerwehrleute auf der Rückfahrt vom Jugend-Landeslager, wie die Maschine im Tiefflug in der Nähe von Neuhaus bei Gaming (Bezirk Scheibbs) in ein felsdurchsetztes und steiles Waldgebiet stürzte.
Mit Kettensägen Weg zur Unglücksstelle gebahnt
Die Augenzeugen setzten nicht nur einen Notruf ab. Sie machten sich sofort von der Bundesstraße aus zu Fuß auf den Weg zu der entlegenen und schwer zu erreichenden Absturzstelle. „Um überhaupt zu den Verunglückten gelangen zu können, mussten die Einsatzkräfte den Zugang teilweise mit Kettensägen und Werkzeug frei machen“, schildert Philipp Pflügl vom Bezirksfeuerwehrkommando Scheibbs. Zeitgleich wurden Polizei, Bergrettung, die Feuerwehr und zwei ÖAMTC-Notarzthubschrauber an den Unglücksort alarmiert. Ein aufwendiger Großeinsatz war die Folge.
Die Einsatzkräfte auf dem Weg zur Absturzstelle.
Während es für den Piloten und die 47-jährige Passagierin keine Rettung mehr gab, ging es darum, die schwer verletzte 15-Jährige und den 41-jährigen Mann in dem steilen Gelände so schonend wie möglich zu bergen.
Sie wurden erstversorgt und vom Rettungshubschrauber mittels Tau von der Absturzstelle zu einem Zwischenlandeplatz geflogen. Von dort wurde das Mädchen weiter in die Klinik nach Linz transportiert, der zweite Patient ins Spital nach Amstetten.
Die Bergrettung Lackenhof stand mit 13 Einsatzkräften im Einsatz und leistete neben der medizinischen Erstversorgung einen wesentlichen Beitrag zur sicheren Durchführung der Rettungsmaßnahmen im schwierigen Gelände.
Michael Stulik, Einsatzleiter der Bergrettung, schildert den Einsatz: „Als wir an der Einsatzstelle eintrafen, war sofort klar, dass jede Minute zählt. Unsere Bergretter begannen unmittelbar mit der Erstversorgung, ehe unsere Bergrettungsärzte die weitere medizinische Versorgung übernehmen konnten. Gleichzeitig war die Sicherung des steilen Geländers für alle eingesetzten Organisationen unabdingbar. somit konnten die Verletzten so schnell wie möglich aus der Gefahrenzone gebracht werden um ihnen die bestmögliche Versorgung zu ermöglichen. Jeder Handgriff musste sitzen und dafür danke ich sowohl unserem Einsatz Team als auch einen anderen einsatzorganisationen vor Ort. Gerade bei einem Einsatz dieser Dimension und unter den schwierigen Geländebedingungen zeigt sich, wie wichtig eingespielte Abläufe und gegenseitiges Vertrauen sind.“
Beliebtes Lufttaxi
Wie die Einsatzkräfte bestätigen, ist die viersitzige Piper 28 Archer auf die Flugunion Seitenstetten-Biberbach zugelassen. Die Maschine wurde vom US-amerikanischen Flugzeughersteller Piper Aircraft als Schulungs- und Reiseflugzeug, sowie für Lufttaxiunternehmen entwickelt. Welchen Zweck der Flug am Sonntag genau hatte, wollte man auf Anfrage bei der Fliegerunion nicht kommentieren.
Rekordflug mit der Maschine vor 20 Jahren
Es werden mit der Maschine auch Rundflüge angeboten. Mitglieder der Flugunion stellten mit der einmotorigen Piper vor genau 20 Jahren einen Rekord auf. 2006 wurde damit eine Mittelmeer-Umrundung geflogen.
Details zur Unfallursache gab es vorerst noch nicht. Das Landeskriminalamt Niederösterreich hat die Erhebungen zur Unfallursache übernommen, Tatort-Spezialisten waren am Sonntag an der Unglücksstelle dabei, Spuren zu sichern und Erhebungen durchzuführen. Zudem wurde, wie in solchen Fällen üblich, die Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes in die Erhebungen eingebunden, teilte die Landespolizeidirektion NÖ mit.
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