Flugzeugabsturz in NÖ: Warum der Pilot keine Chance hatte
Das Flugzeug zerschellte in einem Wohngebiet.
Den 31. Mai 2025 werden die Bewohner von Brand-Nagelberg im Bezirk Gmünd noch lange in schrecklicher Erinnerung behalten.
An diesem sonnigen Samstagnachmittag, gegen 14.30 Uhr, stürzte plötzlich ein Flugzeug vom Himmel. Das Ultraleicht-Segelflugzeug des tschechischen Herstellers ProFe zerschellte mitten in einem Siedlungsgebiet, der 63-jährige Pilot dürfte auf der Stelle tot gewesen sein.
Der geschäftsführende Gemeinderat Stefan Möslinger beobachtete den Absturz aus nächster Nähe: „Meine Frau, meine Schwägerin und ich sind auf der Terrasse gesessen, als wir ein dumpfes Flattern gehört haben. Es hat wie die Plane eines Lkw im Wind geklungen.“ Er habe das Flugzeug noch taumeln gesehen – dann den Aufprall, nur rund 250 Meter von seinem Wohnhaus entfernt, berichtete er damals dem KURIER.
Entminungsdienst musste angefordert werden
Für die Einsatzkräfte war die Lage besonders herausfordernd. Der Grund: Sie konnten zunächst nicht zum Verunglückten vordringen. Weil der mit einer Sprengkapsel versehene Rettungsschirm des Flugzeugs nicht gezündet hatte, musste zuerst der Entminungsdienst angefordert werden.
Mehr als ein Jahr beschäftigten sich die Experten der Sicherheitsuntersuchungsstelle des Bundes (SUB) mit dem Vorfall, mittlerweile liegt ein Zwischenbericht vor. Darin werden auch noch einmal die letzten Minuten des Fluges nachgezeichnet.
Der 63-Jährige war gegen 11.54 Uhr Ortszeit vom tschechischen Flugplatz České Budějovice gestartet und überquerte im Bereich Lauterbach die Grenze nach Österreich. Während des rund zweieinhalbstündigen Fluges nutzte er mehrfach thermische Aufwinde, um durch Kreisflugmanöver an Höhe zu gewinnen. Seine Route führte über Schrems und Amaliendorf bis in den Raum Langegg.
Warten auf Abschlussbericht
Auf dem Rückflug in Richtung tschechische Grenze ereignete sich schließlich die Katastrophe: Über Steinbach löste sich in einer Höhe von rund 2.200 Metern die linke Tragfläche des Ultraleichtflugzeuges. Die Maschine wurde dadurch unkontrollierbar und stürzte auf eine Straße im Ortsgebiet von Steinbach.
„Die gesamte Flugzeit betrug zu diesem Zeitpunkt etwa zweieinhalb Stunden“, heißt es in dem Bericht. Die Holzbauteilbrüche am Ultraleichtflugzeug seien zudem von Sachverständigen begutachtet worden. Wann der Abschlussbericht vorliegen wird, steht noch nicht fest.
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