Flughafen Wien: Neuer Protest gegen die dritte Piste

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Foto: KURIER/Franz Gruber Anrainer fürchten mehr Fluglärm.

Am Samstag laden Umweltschützer und Bürgerinitiativen zur Radparade. Ein Urteil des Bundesverwaltunsgerichts steht noch aus.

Zuletzt ist es nach jahrelangen heftigen Protesten still geworden um den Bau der dritten Piste am Flughafen Wien-Schwechat. Nach einer Verhandlung im Jänner warten Projektgegner und Flughafen-Management auf eine Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts. Nämlich darüber, ob die erstinstanzliche Genehmigung des Großprojekts aufgehoben und damit die Einwände von Bürgerinitiativen und Anrainern berücksichtigt werden, oder ob der Umwelt-Bescheid des Landes Niederösterreich bestätigt wird. Klar ist: Eine Genehmigung für den Bau gibt es noch nicht.

Nun war es den Gegnern lange genug ruhig. Mit einem Aktionstag am kommenden Samstag wird der Verein "System Change, not Climate Change!" gegen den Ausbau protestieren und ab 10.30 Uhr vom Karlsplatz zum Flughafen radeln. Anlass des Protests ist die Generalversammlung der Internationalen Luftfahrtorganisation in Montreal, bei der über das Thema Klimawandel beraten werden soll.

Im Fall Schwechats fordern der Verein sowie mehrere Bürgerinitiativen den sofortigen Stopp der Ausbaupläne. Die dritte Piste sei Österreichs klimaschädlichstes Projekt: "Nach dem Ausbau wäre der Flughafen Wien gleich hinter der Voest der zweitgrößte Emittent in Österreich", erklärt Sprecherin Magdalena Heuwieser. Zudem würden die Anrainer durch den Fluglärm massiv belastet. In Liesing hätte der Ausbau eine Verdreifachung der Überflüge zur Folge, betont Johanna Aschenbrenner-Faltl von der Anti-Fluglärm-Gemeinschaft.

Laut deren Anwalt Wolfram Proksch dürfte die Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts ohnehin nicht mehr heuer fallen. Zuletzt seien mehrere Gutachten nachgefordert worden. "Es gibt seit 2008 um 80.000 Flugbewegungen weniger. Der Bedarf für die dritte Piste ist gar nicht mehr da", ist Proksch überzeugt.

Anders sieht das Flughafen-Sprecher Peter Kleemann: "Aus unserer Sicht ist die dritte Piste notwendig. Wir glauben, dass die Luftfahrt langfristig ein Wachstumsmarkt ist."

(kurier) Erstellt am
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