Terrasse des Flughafens Schwechat.

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Wien-Schwechat
02/14/2017

Flughafen: Häupl und Pröll wollen Bau der dritten Piste

Land Niederöstereich kündigt Beschwerde bei den Höchstgerichten an.

Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) und Wiens Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) sind mit dem vorläufigen Aus für die dritte Piste am Flughafen Wien-Schwechat alles andere als glücklich. Der Bau werde "unerlässlich" sein, wolle Wien seine Hub-Funktion - "und zwar nach Ost und nach West" - erhalten, betonte Häupl am Dienstag am Rande seiner wöchentlichen Pressekonferenz die Bedeutung für den Wirtschaftsstandort.

"Selbstverständlich wird sich die Flughafengesellschaft mit Unterstützung des 20-Prozent-Eigentümers Wien bemühen, die rechtlichen Voraussetzungen und Genehmigungen für die 3. Piste zu erhalten", sagt Häupl. Am Ende werde eine endgültige Rechtsentscheidung stehen. "Die politische Entscheidung ist aus meiner Sicht gefallen", ergänzte der Bürgermeister. Dass der grüne Koalitionspartner hier anderer Meinung ist und den Stopp für die Piste ausdrücklich begrüßt hat, beeindruckt Häupl offenbar wenig: "Wir haben zu verschiedenen Punkten verschiedene Meinungen, deshalb sind wir auch verschiedene Parteien."

Protest

Das Land Niederösterreich werde das Nein des Bundesverwaltungsgerichts (BVwG) zur dritten Flughafenpiste in Schwechat bekämpfen, sagte Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) am Dienstag. "Wir werden Beschwerden beim Verwaltungsgerichtshof und beim Verfassungsgerichtshof einbringen", kündigte Pröll am Rande einer Pressekonferenz in St. Pölten an.

Die richterliche Entscheidung schädige den Flughafen und Standort südlich von Wien und hemme die weitere Entwicklung im Umfeld, verwies Pröll auf die entstehende Airport City und angesiedelte Unternehmen mit zig Arbeitsplätzen. Zudem würden Konkurrenzflughäfen begünstigt.

Darüber hinaus sah der Landeshauptmann weitreichende Auswirkungen: Damit könnten künftig zukunftsträchtige Investitionen unterbunden werden - "das kann's nicht sein!" Pröll, in seiner langen, demnächst zu Ende gehenden Politkarriere einst auch für Umweltschutz im Bundesland zuständig, betonte, dass es bei der wirtschaftlichen Entwicklung immer darum gehe, Sorge auch für Ökologie und Lebensqualität zu tragen.

Das Erkenntnis sei NÖ noch nicht zugestellt worden. Das sei zwar "nicht zwingend", man hätte es aber erwartet, meinte Pröll. Ob das eine politische Entscheidung gewesen sei, beurteile er nicht. Dass er das nicht tue, "sagt schon alles".